Archiv der Kategorie: Werbung

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IBM Deutschland, 1976 - 1986

Mehrseitige Imageanzeige für IBM, 1976 - 1986

GGK Düsseldorf, IBM Deutschland, 1976 – 1986, 1. Seite der mehrseitigen IBM-Anzeige

Mehrseitige Imageanzeige für IBM, 1976 - 1986

GGK Düsseldorf, IBM Deutschland, 1976 – 1986, 2. + 3. Seite der mehrseitigen IBM-Anzeige

DIE COMPUTER-SCHULE DER NATION

IBM war das größte IT-Unternehmen weltweit. Gegen den Monopolisten wurde ein Gerichtsverfahren wegen des Monopolisierungsverbots eröffnet. IBM Deutschland beauftragte GGK Düsseldorf, für das Unternehmen zu werben, aber möglichst unauffällig, um den Eindruck der Größe von „Big Blue“ zu vermeide. Michael Schirner: „Wer Werbung macht, will auffallen. Wer nicht auffallen will, sollte nicht werben“. Deshalb entwickeln Michael Schirner, sein Texter Franz Brauer und Artdirector Michael Preiswerk für IBM eine Form von Nicht-Werbung, die durch Unauffälligkeit auffällt. Jeder ihrer IBM-Beiträge in Zeitschriften beginnt mit einer weißen Seiteund einer lapidaren Überschrift, die das Thema anreißt, darauf folgt ein mehrseitiger Beitrag mit fotografischer oder grafischer Umsetzung des Themas und Fließtext. Diese Form der Nicht-Werbung mit Minimum drei und Maximum 70 Seiten wurde über mehr als ein Jahrzehnt durchgehalten. Im Laufe der Jahre zeigte Michael Schirner mit seinem Team auf Tausenden von Zeitschriftenseiten, wie Datenverarbeitung uns bei der Arbeit hilft. Die Beiträge sind unterhaltsame Lektionen einer Computerschule für die Nation.

Der erste Beitrag mit der Titelseite: „Was Jugend forscht:“ Die folgenden 8 Seiten zeigen die Gewinner des „Jugend forscht“-Wettbewerbs mit Bildlegenden zu ihren Projekten.  Auf der letzten Seite steht der Hinweis, dass IBM den Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ unterstützt. Henry Nannen, Chefredakteur vom STERN, schreibt, dass der Beitrag ihn und seine Redakteure beschäme, weil eine Werbeagentur geschafft habe, was der Redaktion nie gelungen sei: ein aufsehenerregender Artikel zum Thema „Jugend forscht“.

Weitere Beispiele der Serie: Titelseite: „Wie weit es der Chef bis ins Lager hat:“ Auf der folgenden Doppelseite vom linken bis zum rechten Rand ein mit Filzschreiber gezeichneter Pfeil. Lauftext: „Vom Büro bis ins Lager hat es der Chef es nur 40 cm. Das ist ungefähr die Strecke, die sein Zeigefinger zurücklegen muss, damit er auf Tastendruck die Lagerbestände auf dem Bildschirm sehen kann …“.

Titelseite: „Wie man ohne Computer arbeitet:“ Die folgenden 4 Seiten sind voller Fußspuren, sie beschreiben den langen Weg, den Arbeitsvorbereiter Fritz Klein in seiner Firma zurücklegen muss, bis er endlich bei Station 26 die verzweifelt gesuchte 3/8-Zoll-Schraube findet.

Titelseite: „Wie der Buchhalter jetzt seine Zahlen sehen kann:“ Es folgt eine tiefrote Doppelseite. Lauftext: „Jetzt gibt es einen Bildschirm für Computer, auf dem der Buchhalter in Farbe sieht, ob er rote oder schwarze Zahlen macht …“.

IBM ist wohl die erste Computerfirma, die es wagt, das heiße Thema Datenschutz in der Werbung anzupacken. Titelseite: „Unser Beitrag zum Datenschutz:“. Auf 4 folgenden Seiten ein kryptischer Text „Qzll Fox roxfxy Vxbv xyvfsöleffxlv …“ Beim Logo OTK klein: „Wenn Sie es nicht geschafft haben, den Text zu entschlüsseln oder keine Lust dazu haben, können Sie auf Seite 102 den Klartext lesen.“

Titelseite: „Die Erfindung der Datenverarbeitung:“ Auf den folgenden Seiten eine Sammlung unterschiedlich geformter Steine. Lauftext: „Das erste Datenverarbeitungssystem stammt aus Mesopotamien und ist rund 11.000 Jahre alt …“.

Titelseite: „Was für das Arbeiten mit einem Computer spricht:“ Es folgt ein 4-seitiger Fotostrip mit 32 Bildern, fotografiert von Ben Oyne. Die Fotos zeigten einen Herrn, der in Akten wühlt, Unterlagen sucht, grübelt, verzweifelt, telefoniert, seine Sekretärin fragt, die auch nicht weiß, dann den Lagerverwalter und so weiter – all das zeigt, wie mühsam die Arbeit ohne Computer ist.

Titelseite: „Das neueste Computerprogramm:“ Es folgt eine Doppelseite mit singendem Elvis. Lauftext: „Es gibt beim Rundfunk einen Computer, der hat 300.000 Musiktitel gespeichert und hilft mit, das Radioprogramm zusammenzustellen …“.

Titelseite: „Woran man ein Ei auch erkennt:“ Es folgt eine Doppelseite mir vergrößertem Balkencode. Lauftext: „Wie Sie an diesen Strichen und Zahlen sehen können, ist das hier ein Ei, und zwar ein bundesdeutsches aus der Hühnerfarm „Landfrieden“ in Wolfratshausen mit der Artikelnummer 00315 …“.

Titelseite „Was man einem Computer alles abkauft:“ Es folgen 4 Seiten mit Produkten aus Regalen eines Supermarktes. Im Lauftext wird erklärt, welche Vorteile ein Warenwirtschaftssystem hat.

Titelseite: „Wem der Computer auch hilft:“ Es folgt eine Doppelseite mit der formatfüllenden Abbildung eines Schmetterlings. Im Lauftext erfährt man, dass die Umweltdatenbank darauf aufmerksam macht, wenn schützenswerte Arten und Landschaften durch Umweltgifte bedroht sind.

Titelseite: „Wie sich Frank. Ulrike, Stefan, Steffen, Verena und Helmut den Computer vorstellen:“ 4 Seiten zeigen Kinderzeichnungen. Lauftext: „Hier sehen Sie, was dabei herauskommt, wenn Kinder einen Computer zeichnen … und wie phantasievoll und ungezwungen 10 – 12-Jährige an dieses Thema herangehen…“.

Anzeigenkampagne für IBM, 1976 - 1986

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CREDITS

Auftraggeber: IBM Deutschland GmbH
Agentur: GGK Düsseldorf
Kreativdirektor: Michael Schirner
Texter: Bernd Arnold, Franz Brauer, Wolfang Doll, Carlos Obers, Lutz Schaper, Reinhold Scheer, Michael Schirner
Artdirector: Herlmut Rottke, Michael Preiswerk, Konrad Wenzel
Fotograf: Axel Gnad, Joop Grijpink, Iver Hansen, Dietmar Henneka, Jürgen Schweickardt Eduard Straub, Ben Oyne, Brigitte Richter, Bill Stuart
Grafiker: Willi Barczat, Holger Brondics, Jürgen Dahlen, Ralf Eikenroth, Henner Kronenberg, Josef Emonts-Pohl, Ivica Maksimovic
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52 WOCHEN

IBM Deutschland, 1990

Zwei Seiten aus dem Geschäftsbericht der IBM 1990

Michael Schirner Werbe- und Projektagentur, IBM Deutschland, 1990, Geschäftsbericht

REVIEW

Mehr als 800 Mitarbeiter der IBM Deutschland wurden befragt, an welche Ereignisse aus dem Jahr 1989 ihrer Meinung im Geschäftsbericht  nach erinnert werden sollten. Über 1.000 Vorschläge wurden eingereicht. Aus allen Vorschlägen hat die Agentur für jede Woche des Jahres ein Ereignis ausgewählt, in einem kurzen Text beschrieben, mit einer Abbildung illustriert in die Chronik 52 Wochen bei IBM aufgenommen und zu Seite des Bildbands vom IBM Geschäftsbericht gemacht.

Zwei Seiten aus dem Geschäftsbericht der IBM 1990

Michael Schirner Werbe- und Projektagentur, IBM Deutschland, 1990, Geschäftsbericht

Zwei Seiten aus dem Geschäftsbericht der IBM 1990

Michael Schirner Werbe- und Projektagentur, IBM Deutschland, 1990, Geschäftsbericht

Zwei Seiten aus dem Geschäftsbericht der IBM 1990

Zwei Seiten aus dem Geschäftsbericht der IBM 1990Michael Schirner Werbe- und Projektagentur, IBM Deutschland, 1990, Geschäftsbericht

 

CREDITS

Auftraggeber: IBM Deutschland GmbH
Agentur: Michael Schirner Werbe- und Projektagentur GmbH
Kreativdirektor: Michael Schirner
Texter: Enrique Jungbauer
Artdirector: Claudia Hammerschmidt
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BUCH DER BÜCHER

Kiepenheuer & Witsch, 1986

Das Buch zum Jubiläum der KiWi-Reihe, 1996

KKG Projektagentur, Kiepenheuer & Witsch, 1986, Buch-Cover

FÜR HUNDERT PFENNIGE

Helge Malchow, Verlagsleiter von Kiepenheuer & Witsch, wollte das Erscheinen des hundertsten Bandes der KiWi-Reihe mit einer Kampagne feiern. Michael Schirner und Diedrich Diederichsen schlugen einen Jubiläumsband mit dem Titel Hundert hunderste Seiten vor. Aus Schirners Vorwort:

Das Kultbuch der englischen Jugendlichen „Absolut Beginners“ und das Kultbuch der amerikanischen Jugendlichen „Der Fänger im Roggen“, der Guru der Anti-Psychatrie und der Guru der rücksichtslosen Sozialreportage, der phantasievolle Moralist aus Köln und der moralische Phantast aus Kolumbien, avantgardistische Literatur aus der BRD und avantgardistische Umweltpolitik in Japan; das heißt: MacInnes und Salinger, Laing und Wallraff, Böll und Garcia Márquez, Glaser, Diederichsen, Winkels und Tsuru/Weidner; und das heißt Trinker, Hunde, Oberste, Herzoge, Guayave und Taranquilla, Girls, Türkische Früchte, Mord, großes Geld und Sexbeat.

Die Idee von KiWi ist, dass das renaissance-Ideal eines universal informierten, Anteil nehmenden, gebildeten Menschen dringend einer Renaissance bedarf; und zwar auf einer durchaus populären Ebene. In einer Zeit, wo gerne von der Undurchschaubarkeit der Welt, von der Undurchdringlichkeit des Faktendschungels philosophiert wird, bedarf es eines Programms, das Wichtiges und Markantes mit Exotischem und Experimentellem aus allen Bereichen zusammenführt und so den Blick frei gibt auf Welten, die dem üblichen zeitgenössischen Spezialisten verborgen bleiben. Die Tagesaktualität wird mit Radikalem, literarischen Subjektivismus konfrontiert, die ästhetische Moderne mit Entwürfen für grundlegende umweltpolitische Neugestaltungen, das Realistische mit dem Phantastischen, die Politik mit der Poesie.

Die Renaissance der Renaissance, ein alter Traum, sicher, zu dessen Verwirklichung eine Buchreihe wie diese nur ihren kleinen Beitrag leisten kann, aber immerhin.

Nun haben wir die Hundert voll und wollen in dem Geiste dieser Reihe feiern. Mit einem Buch der hundert Seiten, hundert Texte zu einem Preis von hundert Pfennigen. Auf hundert Seite lesen Sie hundertmal die Seite hundert unserer hundert Kiwi-Bände.

Die auf den ersten Blick zusammenhanglos und nach einem Zufallsprinzip aufeinanderfolgenden Seiten bewirken, dass man sich, ähnlich wie in einigen künstlerischen Werken der 60er und 70er Jahre, ohne es zu merken und ohne Anstrengung in die universale Vielfalt von Bezügen begibt, die der Idee der Universalität der KiWi-Reihe zugrunde liegen. Jede Seite ist auch eine Welt für sich, der immer wieder eine scheinbar völlig andere entgegengesetzt wird. Gelegentlich wird man vertraute Stimmen wiederhören (Böll, Gacia Márquez und andere, die mehrere Titel bei KiWi veröffentlich haben, aber jedesmal von einem anderen Punkt aus und über andere Gegenstände sprechend. Wenn der Vergleich erlaubt ist: das Bättern und Lesen in diesem Buch ist ein wenig so, als wenn Sie mit einer automatischen Fernbedienung zwischen hundert Programmen aus der ganzen Welt hin- und herschalten können.

Doch unser Buch bietet mehr als kontrollierte, intellektuelle Reize. Sie sind eingeladen, selbst aktiv zu werden. Im Inhaltsverzeichnis sind acht Angaben falsch. Finden Sie die Fehler heraus, und kreuzen Sie diese auf der beigelegten Teilnahmekarte an. Die richtigen Einsendungen nehmen an einer Verlosung teil. Dabei können einmal die hundert Bände der KiWi-Reihe gewonnen werden oder je zehnmal zehn Bände. Viel Spaß wünscht der Verlag Kiepenheuer & Witsch.

Anzeige zum Jubiläum der KiWi-Reihe, 1996

KKG Projektagentur, Kiepenheuer & Witsch, 1986, Anzeige in Tageszeitungen

Anzeige zum Jubiläum der KiWi-Reihe, 1996

KKG Projektagentur, Kiepenheuer & Witsch, 1986, Poster

CREDITS

Auftraggeber: Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln
Agentur: KKG Projektagentur
Kreativdirektor: Michael Schirner
Texter: Diedrich Diederichsen
Artdirector: Claudia Hammerschmidt
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HUGO GUGGENHEIM

Hugo Boss und Guggenheim Museum New York, 1996

3seitige Anzeige für die Partnerschaft von Hugo Boss mit dem Guggenheim Museum, 1996

Michael Schirner Werbe- und Projektagentur, Hugo Boss und Guggenheim Museum, 1996, dreiseitige Anzeige

LOGO

Die Aufgabe: Bekanntmachen, dass Hugo Boss eine Partnerschaft mit dem Solomon R. Guggenheim Museum New York eingeht und den Hugo Boss-Preis an herausragende Kunst verleiht.

 

Die Überlegung: Die Preisverleihung im Guggenheim Museum ist ein Event für die Kunstwelt. Wie erreichen wir, dass auch der Rest der Welt das Engagement von Hugo Boss mitbekommt?

 

Die Idee: Wir schalten in der internationalen Publikumspresse drei aufeinanderfolgende rechten Anzigenseiten. Die erste Seite zeigt den Schriftzug vom Guggenheim Museum, die zweite Seite den Hugo Boss-Schriftzug vertikal, die dritte Seite das Partnerschafts-Logo aus beiden Schriftzügen, die sich kreuzen.

 

Der Erfolg: Die Partnerschaft besteht heute noch.

 

3seitige Anzeige für die Partnerschaft von Hugo Boss mit dem Guggenheim Museum, 1996

Michael Schirner Werbe- und Projektagentur, Hugo Boss und Guggenheim Museum, 1996, dreiseitige Anzeige

3seitige Anzeige für die Partnerschaft von Hugo Boss mit dem Guggenheim Museum, 1996

Michael Schirner Werbe- und Projektagentur, Hugo Boss und Guggenheim Museum, 1996, dreiseitige Anzeige

CREDITS

Auftraggeber: Hugo Boss
Agentur: Michael Schirner Werbe- und Projektagentur GmbH
Kreativdirektor: Michael Schirner
Texter: Diedrich Diederichsen
Artdirector: Claudia Hammerschmidt
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MICHAEL SCHIRNER, IST GOETHE EINE CAMEL-PACKUNG?

Schauspielhaus Düsseldorf, 1981

Michael Schirner, "Ist Goethe eine Camel-Packung?", Schauspielhaus Düsseldorf, Szenenfoto, 1981

Michael Schirner, Ist Goethe eine Camel-Packung? Schauspielhaus Düsseldorf, 1981, Szenenfoto

DIE MITSCHULDIGEN

Michael Schirner

Ich fragte Goethe, was er denn davon halte, mit mir gemeinsam Konsumtheater zu machen. Er war begeistert und gestand, würde er wiedergeboren, wäre er ohnehin Werbetexter geworden. Und als wir gemeinsam überlegten, wie wir seine Mitschuldigen zeitgemäß aufführen könnten, sagte er, er könne sich nichts schöneres vorstellen, als die Rolle des Alcest, die er früher selbst gespielt habe, von der DeBeukelear-Prinzenrolle spielen zu lasse. Und wer spielt den Wirt, fragte ich. Natürlich die Toilettenpapierrolle mit dem Namen Servus, meinte er; und den betrunkenen Söller könne wohl niemand besser spielen als ein Döschen Löwenbräu. Poly Diadem, die BUNTE, das After Shave von Care und die Feinen Klöße von Pfanni sollten auch mitspielen.

Ich sprach mit Herrn Belitz, dem Intendanten vom Düsseldorfer Schauspielhaus und fragte die Schauspieler, ob sie in meiner Neuinszenierung von Goethes Die Mitschuldigen mitspielen wollten. Nach längeren Diskussionen willigten sie ein. Die Idee war, dass sie das Stück nicht in den traditionellen Kostümen spielen, sondern unter Vergrößerungen von Verpackungen erfolgreicher Produkte. Am 14. Mai 1981 feierte ein volles Haus die Auferstehung Goethes, dessen klassischen Rollen in einem dramatischen Akt eins wurden mit den massenkulturellen Rollen bekannter Markenartikel. Dem Stück gab ich den Titel Ist Goethe eine Camel-Packung? Michael Schirner in Werbung ist Kunst.

Michael Schirner, "Ist Goethe eine Camel-Packung?", Schauspielhaus Düsseldorf, Szenenfoto, 1981

Michael Schirner, Ist Goethe eine Camel-Packung?, Schauspielhaus Düsseldorf, 1981, Szenenfoto

DIESMAL BLEIBEN WIR WOHL ALLE UNGEHANGEN

Die Feinen Klöße von Pfanni (im Fond): Mein harter Vater bleibt auf dem verhassten Ton.
Die Servus-Toilettenpapierrolle (im Fond): Das Mädchen will nicht weichen.
Die Feinen Klöße von Pfanni: Da ist die Prinzenrolle von DeBeukelaer.
Die Servus-Toilettenpapierrolle (erblickt die Prinzenrolle von DeBeukelaer): Aha!
Die Feinen Klöße von Pfanni: Es muß, es muß sich zeigen!
Die Servus-Toilettenpapierrolle (zu der Prinzenrolle von DeBeukelaer): Mein Herr, sie ist der Dieb!
Die Feinen Klöße von Pfanni (auf der andern Seite): Er ist der Dieb, mein Herr!
Die Prinzenrolle von DeBeukelaer (sieht sie beide lachend an, dann sagt sie in einem Tone wie sie, auf die Löwenbräu-Bierdose deutend): Er ist der Dieb!
Die Löwenbräu-Bierdose (für sich): Nun, Haut, nun halte fest!
Die Feinen Klöße von Pfanni: Er?
Die Servus-Toilettenpapierrolle: Er?
Die Prinzenrolle von DeBeukelaer: Sie haben’s beide nicht; er hat’s!
Die Servus-Toilettenpapierrolle: Schlagt einen Nagel Ihm durch den Kopf, aufs Rad!
Die Feinen Klöße von Pfanni: Du?
Die Löwenbräu-Bierdose (für sich): Wolkenbruch und Hagel!
Die Servus-Toilettenpapierrolle: Ich möchte dich –
Die Prinzenrolle von DeBeukelaer: Mein Herr, ich bitte nur Geduld! Die Feinen Klöße von Pfanni waren im Verdacht, doch nicht mit ihrer Schuld. Sie kamen, besuchten mich. Der Schritt war wohl verwegen; doch ihre Tugend darf’s – (zu der Löwenbräu-Bierdose) Sie waren ja zugegen!
(Die Feinen Klöße von Pfanni erstaunt): Wir wußten nichts davon, vertraulich schwieg die Nacht, die Tugend. ­
Die Löwenbräu-Bierdose: Ja, sie hat mir ziemlich warm gemacht.
Die Prinzenrolle von DeBeukelaer (zur Servus-Toilettenpapierrolle): Doch Sie?
Die Servus-Toilettenpapierrolle: Aus Neugier war ich auch hinaufgekommen . Von dem verwünschten Brief war ich so eingenommen. Doch Ihnen, Herr Prinzenrolle von DeBeukelaer, hätt‘ ich’s nicht zugetraut! Den Herrn Gevatter hab ich noch nicht recht verdaut.
Die Prinzenrolle von DeBeukelaer: Verzeihn Sie diesen Scherz! Und Sie, Die Feinen Klöße von Pfanni, vergeben mir auch gewiß!
Die Feinen Klöße von Pfanni: Die Prinzenrolle von DeBeukelaer!
Die Prinzenrolle von DeBeukelaer: Ich zweifl‘ in meinem Leben an Ihrer Tugend nie. Verzeihn Sie jenen Schritt! So gut wie tugendhaft –
Die Löwenbräu-Bierdose: Fast glaub ich’s selber mit.
Die Prinzenrolle von DeBeukelaer (zu den Feinen Klößen von Pfanni): Und Sie vergeben doch auch unserer Löwenbräu-Bierdose?
Die Feinen Klöße von Pfanni (geben ihm die Hand): Gerne!
Die Prinzenrolle von DeBeukelaer (zur Servus-Toilettenpapierrolle): Allons denn! Die Servus-Toilettenpapierrolle (gibt der Löwenbräu-Bierdose die Hand): Stiehl nicht mehr!
Die Löwenbräu-Bierdose: Die Länge bringt die Ferne!
Die Prinzenrolle von DeBeukelaer: Allein was macht mein Geld?
Die Löwenbräu-Bierdose: Oh Herr, es war aus Not. Der Spieler peinigte mich Armen fast zu Tod. Ich wusste keinen Rat, ich stahl und zahlte Schulden; hier ist das übrige, ich weiß nicht, wie viel Gulden.
Die Prinzenrolle von DeBeukelaer: Was fort ist, schenk ich Ihm.
Die Löwenbräu-Bierdose: Für diesmal wär’s vorbei!
Die Prinzenrolle von DeBeukelaer: Allein ich hoff, Er wird fein höflich, still und treu! Und untersteht Er sich, noch einmal anzufangen , so –
Die Löwenbräu-Bierdose: Diesmal blieben wir wohl alle ungehangen.

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KEINE SEXUALPRAKTIK

Zimbo Fleisch- und Wurstwaren, 1989

Großflächenplakate für Zimbo Fleisch- und Wurstwaren, 1989

Michael Schirner Werbe- und Projektagentur, Zimbo Fleisch- und Wurstwaren, 1989, Großflächenplakat

DIE WURST MIT DEM LUSTIGEN NAMEN

Die Aufgabe: Zimbo als Hersteller von Fleisch- und Wurstwaren bekanntmachen.

 

Die Überlegung: Zimbo klingt nach allem Möglichen, nur nicht nach Fleisch und Wurst.

 

Die Idee: Das Agenturteam geht mit der Video-Kamera auf die Straße und fragt Passanten, was Sie sich unter Zimbo vorstellen. Die schrägsten Antworten werden in TV-Spots veröffentlicht. Slogan: „Die Wurst mit dem lustigen Namen“. Die Agentur macht Großflächenplakate mir Richtigstellungen der Aussagen von Befragten: „Zimbo ist kein Innenminister, sondern Wurst“, „Zimbo ist kein Hurrikan, sondern Wurst“, „Zimbo ist keine Sexualpraktik, sondern Wurst“.

 

Der Erfolg: Nach den TV-Spots mit Publikumsbefragung ist Zimbo so bekannt, dass die Agentur für die Fortsetzung der Kampagne eine neue Idee sucht. Sie greift die Technik der unterschwelligen Werbung aus dem Buch „Die geheimen Verführer“ von Vance Packard auf und parodiert sie in TV-Spots für Zimbo. Ein Sprecher aus dem Off langsam und suggestiv: „Sie sehen einen wunderbaren Sonnenuntergang. An unterschwellige Werbung glauben Sie nicht. Sowas gibt es doch gar nicht.“ Für den Bruchteil einer Sekunde blitzt ein Bild auf. „Das war unterschwellige Werbung für die Fleischwurst von Zimbo.“ Ein anderes Mal blinkt statt einer Wurst für 1/10 Sekunde ein nacktes Mädchen auf: „Oh, das war das falsche Bild.“ So So werben wir für. Zimbo mit unterschwelliger Werbung, die nicht unterschwellig ist.

 

Großflächenplakate für Zimbo Fleisch- und Wurstwaren, 1989

Michael Schirner Werbe- und Projektagentur, Zimbo Fleisch- und Wurstwaren, 1989, Großflächenplakat

Großflächenplakate für Zimbo Fleisch- und Wurstwaren, 1989

Michael Schirner Werbe- und Projektagentur, Zimbo Fleisch- und Wurstwaren, 1989, Großflächenplakat

CREDITS

Auftraggeber: Zimmermann, Bochum
Agentur: Michael Schirner Werbe- und Projektagentur GmbH
Kreativdirektor: Michael Schirner
Texter: Michael Schirner
Artdirector: Claudia Hammerschmidt
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NAME: WESTKUNST

Museen der Stadt Köln, 1981

Großflächenplakat für die Ausstellung "Westkunst", 1981

GGK Düsseldorf, Museen der Stadt Köln, 1981, Großflächenplakat

LET’S GO West

Kasper König wollte für seine Großausstellung moderner Kunst in den Kölner Messehallen eine spektakuläre Kampagne. Michael Schirner schlug drei Dinge vor. Erstens: Statt der üblichen Kleinanzeigen für Kunstausstellungen sollten Großflächenplakate in allen Großstädten eingesetzt werden, was es  damals noch nicht gegeben hatte. Zweitens: Statt in der Werbung Kunst abzubilden, wollte Schirner Zitate der ausgestellten Künstler groß auf den Plakaten herausstellen. Drittens: Statt des langen deskriptiven Ausstellungstitels Ausstellung zeitgenössische Kunst seit neunzehnhundertneununddreißig wollten Schirner, dass die Ausstellung einen Namen bekommt, der so kurz und prägnant ist wie der Name einer Cigarette: z.B. West. Schirner empfahl den Namen Westkunst. Die die Ausstellung wurde ein Erfolg. Und die Künstlerzitate in Rot auf Weiß verkauft Walter König heute noch als Kunstpostkarten in seinen Buchhandlungen.

Großflächenplakat für die Ausstellung "Westkunst", 1981

GGLK Düsseldorf, Museen der Stadt Köln, 1981, Großflächenplakat

Großflächenplakat für die Ausstellung "Westkunst", 1981

GGK Düsseldorf, Museen der Stadt Köln, 1981, Großflächenplakat

Großflächenplakat für die Ausstellung "Westkunst", 1981

GGK Düsseldorf, Museen der Stadt Köln, 1981, Großflächenplakat

Großflächenplakat für die Ausstellung "Westkunst", 1981

GGK Düsseldorf, Museen der Stadt Köln, 1981, Großflächenplakat

Großflächenplakat für die Ausstellung "Westkunst", 1981

GGK Düsseldorf, Museen der Stadt Köln, 1981, Großflächenplakat

Großflächenplakat für die Ausstellung "Westkunst", 1981

GGK Düsseldorf, Museen der Stadt Köln, 1981, Großflächenplakat

Großflächenplakat für die Ausstellung "Westkunst", 1981

GGK Düsseldorf, Museen der Stadt Köln, 1981, Großflächenplakat

CREDITS

Auftraggeber: Museen der Stadt Köln, Kasper König
Agentur: GGK Düsseldorf
Kreativdirektor: Michael Schirner
Grafiker: Hannes Jähn
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HEAR ME

WDR1, 1991

Großflächenplakat zum Relaunch des WDR1, 1991

Michael Schirner Werbe- und Projektagentur, WDR1, 1991, Großflächenplakat

WOW!

Die Aufgabe: Den neuen WDR 1 Hörfunk bekanntmachen.

Die Überlegung: Was machen, damit junge Hörer einschalten?

Die Idee: Die lautesten Plakaten, die es je gab.

Der Erfolg: Heiße Ohren rund um die Uhr.

Großflächenplakat zum Relaunch des WDR1, 1991

Michael Schirner Werbe- und Projektagentur, WDR1, 1991, Großflächenplakat

Großflächenplakat zum Relaunch des WDR1, 1991

Michael Schirner Werbe- und Projektagentur, WDR1, 1991, Großflächenplakat

Großflächenplakat zum Relaunch des WDR1, 1991

Michael Schirner Werbe- und Projektagentur, WDR1, 1991, Großflächenplakat

Großflächenplakat zum Relaunch des WDR1, 1991

Michael Schirner Werbe- und Projektagentur, WDR1, 1991, Großflächenplakat

CREDITS

Auftraggeber: WDR 1
Agentur: Michael Schirner Werbe- und Projektagentur GmbH
Kreativdirektor: Michael Schirner
Texter: Michael Schirner
Artdirector: Claudia Hammerschmidt
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ERVOLKSWAGEN

Volkswagen AG, 1970 - 1984

Großflächenplakat aus einer Kampagnen für die Vertriebsorganisation von Audi und VW, 1970 - 1984

GGK Düsseldorf, Volkswagen AG, 1970 – 1984, Großflächenplakat

Alle Zwei Monate eine Kampagne

Bis 1970 war es Tradition, dass das Volkswagenwerk und seine Autos sich mit allen Mitteln der Absatzförderung deutlich beim Publikum melden konnten, die Vertriebsorganisation und ihre Leistungsangebote aber nicht. Die Arbeit von GGK Düsseldorf bestand deshalb darin, der Händlerorganisation eine Stimme zu geben, mit der sie sich ausdrücken und darstellen konnte. Denn Autos sind nur die eine Hälfte von VW. Die andere Hälfte ist der Service. Seit 1970 führte GGK Düsseldorf für die Organisation alle zwei Monate eine neue Händlerkampagne durch mit Werbemitteln im und am Betrieb wie Großflächenplakatierung, A0-Plakate, Schaufensterstreifen, Displays, Give-aways und Traffic-building-Aktionen sowie TZ-Werbung und pflegte jeden Kunden zweieinhalb Jahre mit programmierten Direct Mails. Die Organisation wurde durch einen Marketingkreis mit ausgesuchten Informationen und Motivationen geführt und mit audiovisuellen Methoden geschult. Weiter gehörte zu den Aufgaben von GGK, die gesamte Verkaufsliteratur so zu gestalten, dass sie international einsetzbar war. Für die Generalimporteure in 14 Ländern wurden regelmäßig Pilotkampagnen entworfen. Bündig kann man sagen: GGK machte über mehr als ein Jahrzehnt für VW die Kommunikation in sämtlichen Kategorien – außer Illu-Anzeigen und TV-Spots, die machte DDB. Die abgebildeten Arbeiten sind nur ein kleiner Auszug aus der Fülle der Kampagnen, die bei GGK Düsseldorf entstanden. Unten einige der Kreativen, die im Laufe der Jahren für Volkswagen gearbeitet haben.

Großflächenplakat aus einer Kampagnen für die Vertriebsorganisation von Audi und VW, 1970 - 1984

GGK Düsseldorf, Volkswagen AG, 1970 – 1984, Großflächenplakat

Großflächenplakat aus einer Kampagnen für die Vertriebsorganisation von Audi und VW, 1970

GGK Düsseldorf, Volkswagen AG, 1970 – 1984, Großflächenplakat

Großflächenplakat aus einer Kampagnen für die Vertriebsorganisation von Audi und VW, 1974

GGK Düsseldorf, Volkswagen AG, 1970 – 1984, Großflächenplakat

Großflächenplakat aus einer Kampagnen für die Vertriebsorganisation von Audi und VW, 1971 - 1984

GGK Düsseldorf, Volkswagen AG, 1970 – 1984, Großflächenplakat

Großflächenplakat für die Vertriebsorganisation von Audi und VW, 1971 – 1984

GGK Düsseldorf, Volkswagen AG, 1970 – 1984, Großflächenplakat

Großflächenplakat aus einer Kampagnen für die Vertriebsorganisation von Audi und VW, 1971 - 1984

GGK Düsseldorf, Volkswagen AG, 1970 – 1984, Großflächenplakat

Großflächenplakat aus einer Kampagnen für die Vertriebsorganisation von Audi und VW, 1971 - 1984

GGK Düsseldorf, Volkswagen AG, 1970 – 1984, Großflächenplakat

CREDITS

Auftraggeber: Volkswagen AG
Agentur: GGK Düsseldorf
Kreativdirektor: Konstantin Jacoby, Wolf Rogosky, Reinhold Scheer, Michael Schirner, Bertl Schmitt
Texter: Achim Aufmwasser, Rainer Baginski, Werner Boltenstern, Jörg Bruchmann, Konstantin Jacoby, Reinhold Scheer, Michael Schirner, Berthold Schmitt, Reinhold Weber
Artdirector: Heinz-Theophil Butz, Feico Derschow, Gerd Hiepler, Roland Lacher, Beat Nägeli, Hans Neufeld, Randolf Nolte, Helmut Rottke, Manfred Schwarzer, Gabi Strijewski, Hans-Peter Weiss
Fotograf: Bernd Bloomenröhr, Peter Droste, Axel Gnad, Hans Hansen, Lutz Hegenbarth, Michael Hospelt, Jan Michael, Reinhart Wolf, Ben Oyne, Walter Schels, Gerd Rettinghaus
Grafiker: Wolfgang Bahle, Michael Barth, Corinna Derschow, Mark Graf, Andrea Haller, Jost Hasse, Rainer Hessenberg, Joachim Hoh, Manfred Kamp, Hans Neufeld, Peter Renner, Arnfried Weiss, Peter Würden
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4 x 5 METER

Superposter, 1989

Superposter gegen Missbrauch von Kindern, 1988

Michael Schirner Werbe- und Projektagentur, Heiner Ströer, 1989, Superposter

ZUM WEINEN

1980  hatte die Verlagsgruppe „The Dubliner Independent“ in Deutschland ein neues Außenwerbeformat eingeführt: Es heißt  Superposter und ist fast doppelt so groß wie das übliche 18/1-Bogenplakat. Mit Werbung für Superposter auf Superposter machte die Agentur das neue Medium in der Branche bekannt. Superposter wurde so beliebt, dass Heiner Ströer, Inhaber der größten Firma für Außenwerbung, 1989 den Dublinern alle Superposter-Flächen abkaufte, um sie selbst zu vermarkten. Als der Kaufvertrag unterzeichnet wurde, stieß Ströer mit Schirner auf sein neues Medium an, spendierte der Agentur kostenfrei drei Runden  Superposter-Flächen deutschlandweit und sagte: „Auf denen können Sie und Ihre Kreativen machen, was Sie wollen.“ Die Agentur entwickelte Superposter-Motive zu sozialen Theme: eins gegen Missbrauch von Kindern, eins gegen Ausländerhass und eins gegen Tierversuche, das die Nation zu Tränen rührte.

Superposter gegen Ausländerhass, 1988

Michael Schirner Werbe- und Projektagentur, Heiner Ströer, 1989, Superposter

Superposter gegen Tierversuche, 1988

Michael Schirner Werbe- und Projektagentur, Heiner Ströer, 1989, Superposter

CREDITS

Auftraggeber: Ströer Superposter
Agentur: Michael Schirner Werbe- und Projektagentur
Kreativdirektor: Michael Schirner
Texter: Michael Schirner
Artdirector: Claudia Hammerschmidt
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