Archiv der Kategorie: Kunst

MICHAEL SCHIRNER, KISUAHELI NEUMIX

Galerie Hans Mayer Düsseldorf, 1988

Anzeige für die Landeshauptstadt Düsseldorf, 1986

Michael Schirner Werbe- und Projektagentur,  Landeshauptstadt Düsseldorf, 1986, Zeitschriftenanzeige

NUR WERBUNG, Nur Kunst

Michael Schirner in Werbung ist Kunst: „Da es mir ernst war mit der Gleichsetzung von Werbung und Kunst, musste ich noch den letzten Schritt tun und die bildende Kunst ganz nebenbei zu meiner Domäne zu erklären. Ich habe, um das Problem der Autorenschaft in den Mittelpunkt zu stellen und um die Herkunft guter Ideen aus der Werbung zu belegen, eine Idee aus unserer Düsseldorf-Kampagne aufgegriffen, und zwar die Anzeige mit den Signaturen berühmter Maler. Diese Signaturen habe ich, immens vergrößert und mit dem Originalhintergrund in Öl gemalt, dort ausgestellt, wo ich vor Jahren die Ausstellung Werbung als Kunst gemacht hatte: in der Galerie Hans Mayer in Düsseldorf. Die Gemälde zeigen, dass aus Kunst Werbung wurde, aus der schließlich Kunst wird, wobei wir am Ende dieser Geschichte wieder bei ihrem Anfang angelangt wären. So habe ich eine Situation geschaffen, in der wir es mit einer Gesamtheit aller kreativen Betätigungen und Berufe zu tun haben, die alle auf ihre Vollendung in der Selbstabschaffung des Experten und Fachmanns hinauslaufen. Unter diese Selbstabschaffung habe ich, da ich eben auch nur ein einzelner, sterblicher Mensch bin, meinen Namen als Signatur gesetzt, für das Ganze also Autorenschaft beanspruchend, das in seinen Teilen die Autorenschaft ad absurdum geführt hat, und bewiesen, dass Kunst nur Werbung und Werbung nur Kunst ist, also beides nichts besonderes, aber das Höchste und Erhabenste.“

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (Vincent), Öl auf Leinwand, 1987

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (Vincent), Öl auf Leinwand, 1987

EINLADUNG

1987 entstand Michael Schirners Serie von Ölbildern mit Signaturen berühmter Maler. Sie wurde 1988 zum ersten Mal in einer Einzelausstellung der Galerie Hans Mayer in Düsseldorf ausgestellt. Im Gespräch mit Markus Peichl – veröffentlicht im Katalog zur Ausstellung Michael Schirner, BYE BYE – erzählt Schirner, wie es zum Titel Kisuaheli neumix kam: „Vor der Ausstellungeröffnung rief mich der Galerist Hans Mayer völlig aufgelöst an: Es sei ein Fehler passiert, die Druckerei hätte die Einladungskarte zur Ausstellungseröffnung nicht mit unserem Text, sondern mit dem Blindtext des Layouts gedruckt. Anstelle meines Pamphlets zur Autorenschaft stand da: „Kisuaheli neumix doc marc. Redwitzmope …“ Weil ich den Blindtext gut fand, wurde die Einladungskarte so verschickt. Die Besucher fanden die Karte kreativ. Konstantin Jacoby von Springer & Jacoby schickte mir die Einladungskarte mit seinem Kommentar zu den Arbeiten: „Lieber Michael, das ist ja wohl der geilste Kunsteinfall, den ich in den letzten Jahren gesehen habe. Absolut supergut! Wenn es nicht so typisch und blöd wäre, als Agenturbesitzer Kunst zu kaufen, würde ich Dir die ganze Serie abkaufen. So bleibt mir nur, Dir schwer beeindruckt zu diesem wirklich kategorisch neuen Einfall zu gratulieren: Kunst per Behauptung, jetzt hast Du Deine berühmten Künstler-Vorbilder voll eingeholt! Gruß, Konstantin.“

In der Ausgabe 6/1988 der Zeitgeistzeitschrift Tempo wurde auf einer Doppelseite formatfüllend der Ausschnitt der Signatur von Jean Dufy auf dem Ölgemälde von Michael Schirner abgebildet. Text im Kasten:

„Michael Schirner der doppelte Fake – Düsseldorf Ein guter Fake ist besser als ein schlechtes Original. Unter diesem Motto hat sich der Düsseldorfer Reklame-Guru Michael Schirner jetzt erstmals als Maler versucht: Er fotografierte die Signaturen von 22 berühmten meistern, pinselte sie auf großformatige Leinwände und zeigt das Oevre bis 26. Juni in der Galerie Hans Maye in Düsseldorf. Zu sehen sind die Namenszüge von Mirò, De Chirico, De Kooning, Nolde und von einem gewissen Jean Dufy. Das Dumme dabei: Es gibt keinen Jean Dufy. Die Kunstgeschichte kennt nur den Fauvisten Raoul Dufy. Von Tempo auf diesen Umstand angesprochen, reagierte Schirner verstört: „Raoul? Jean? Raoul Dufy hat eben mit Jean signiert. Vielleicht hatte Raoul ja auch einen Bruder. In der Kunst ist alles möglich.“ Kunst ohne Grenzen – die grenzenlose Illusion des Werbers? Vielleicht hat Schirner den Fauxpas nicht bemerkt. Weil er die Signaturen gar nicht selbst gemalt hat. Böse Zungen behaupten, sämtliche Bilder stammen von der Immendorff-Schülerin Charline von Heyl. Schirner: „Blödsinn. Ich habe alles selbst gemalt.“ Charline von Heyl: Kein Kommentar. Fake oder Doppelfake – Schirners Verwirrspiel hat jedenfalls einen stolzen Preis. Die Bilder werden nur in kompletter Serie verkauft. Für 900 000 Mark. Mit Signatur von Schirner.“

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (Jean Dufy), 1987, Öl auf Leinwand

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (Jean Dufy), Öl auf Leinwand, 1987

Wenn Kunst zur Ware wird, ist KUNST IMMER SCHON AUCH WERBUNG GEWESEN

Hans Ulrich Reck

Die Kritik an der Kunst als Transformation des Künstlerischen durch die Fortsetzung ihrer avancierten Fragestellungen findet nicht mehr durch die Kunst statt, sondern durch eine Werbung, die Werbung als einzige zeitgenössische Kunst behauptet. Man hat diese These Michael Schirners (Werbung ist Kunst, Klinkhardt und Biermann, München 1988) vehement kritisiert, indem man versuchte, Schirner die Behauptung einer künstlerischen Autorenschaft zu unterstellen. Tatsächlich aber geht Schirner gerade von der Autorlosigkeit von Bildformen und Bildwirkungen aus, indem er die Autorschaft als Behauptungsritual einer vollkommen entleerten Geltungsabsicht entlarvt.

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (P. Mondrian), 1987, Öl auf Leinwand

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (P. Mondrian), Öl auf Leinwand, 1987

Dieser Angriff auf die Originalitätsbehauptung, auf das Einklagen einer Urheberschaft, welche nicht allein Wirkungen, sondern deren bewusste Planbarkeit bedeutet und damit dem Subjekt die Würde des Notwendigen gegenüber einer als undurchsichtig dekretierten Natur verleiht, steht natürlich nicht im Einklang mit dem Selbstverständnis historisch gewachsener Strukturen der bildenden Kunst. Im Gegenteil: Deren Behauptung wird gegenüber anderen Bildformen dem Verdacht ausgesetzt, gerade sie sei nicht mehr kunstfähig, weil das, was als Kunst gelten kann, sich durch die Technisierung der Bildpropaganda und der Herstellung ganz anderer Öffentlichkeiten verlagert habe. Schirners differenziertes Spiel vor allem mit konzeptionellen künstlerischen Mitteln und seine strategische Profanierung der Bildwirkungsmodelle laufen alle auf einen einzigen Punkt hinaus: die Problematisierung des Authentischen durch die einsichtsvolle Handhabung der Modelle, mit denen zeichenstrategische Bedeutsamkeiten erzwungen und öffentlichkeitswirksam hergestellt werden. Das wird man mit Fug als aufklärerisch bezeichnen dürfen. Kunst gilt Schirner als historischer Fundus für eine zeitgenössische Ästhetik. Er radikalisiert als Kunst, was durch Kunst angelegt, über diese zwingend hinausführt: das Prinzip der Öffentlichkeit und vor allem das Prinzip, das als Kunst einer spezifischen Epoche in erster Linie – wenn nicht gar ausschließlich – als das zu gelten hat, was die kollektiven Bildwelten bestimmt. Kunst bleibt für Schirner an die Wirkung im öffentlichen Symbolsystem gebunden. Deshalb seine strategische Vereinnahmung der Kunst als methodisch-technischer Ausdruckskraft für die Manipulation der öffentlichen Bilderkultur. Kunst wird zur Kunst, einen zentralisierten Platz in der konzeptuellen Schärfung der kollektiven Wahrnehmung zu erobern. Dem unterwirft Schirner künstlerische Bildformen und Wirkungsweisen. Er setzt Kunst der These aus, der Kulturwandel führe zu einem immer reflektierten mit konzeptuellen Umgang mit Momenten des Kunstkonsums. Deshalb muss man sich in die technische Bildproduktion zwingen lassen. Und deshalb sei nur Werbung (allerdings eine substanzielle bestimmte) eine angemessene Kunst unserer Tage.

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (Ensor), 1987, Öl auf Leinwand

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (Ensor), Öl auf Leinwand, 1987

Dass man Schirner Autorenschaftsposen vorgeworfen hat, ist ein Missverständnis. Als Werber beansprucht er keine idividuelle Urheberschaft, sondern geht davon aus, dass Werbung kein „Ich“ kennt. Seine Autorenschaft ist eine reflexive: Er konstruiert einen Diskurs hinsichtlich der Bedeutungen der von ihm mitrealisierten Bildwirkungen: In diesem Diskurs teilt er noch die kulturelle Form, „Ich“ als Denkmotiv auszuspielen und seine Argumente als Individuum vorzutragen. Damit bewegt er sich in Übereinstimmung mit seiner Hauptthese, dass nicht ästhetische, sondern interpretatorische Individualität heute gerechtfertigt ist. Er macht sich genau in der Weise diskursiv zum Objekt der von ihm mitgetragenen Kampagnen, wie das eine alltagskulturelle Überlegung jedes möglichen Konsumenten derselben Kampagnen nicht nur machen könnte, sondern alltäglich implizit immer schon gemacht hat. Individuelle Autorenschaft heißt also: am Eigenen verständig das Allgemeine demonstrieren. Genau an diesem Punkt geht die Kunst kulurtheoretisch in Interpretation über. Wenn immer Werbung die Herstellungsformen und Wirkungsstrukturen der öffentlichen Bildarchive und Gedächtnisse selber thematisiert, wird Werbung zur einzigen zeitgemäßen Kunstform (dass das selten genug geschieht, hat damit zu tun, dass Dummheit auch in der Werbung weiterhin als Motivtugend gilt;  deshalb sind die hochgehandelten Künstler als Werber für sich selbst in der Regel den Produktwerbern  des Alltagskonsums an Rafinesse weit überlegen). Natürlich lässt sich dagegen ein anderer Kunstbegriff ausspielen: der Absolutheitsanspruch der Neoklassik oder das Prinzip absoluter Idividualisierrung.  Wesentlich ist aber, dass der Öffentlichkeitsanspruch an Kunst solche Phänomene in einen merkwürdigen Randbereich abschiebt.

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (G. de Chirico), 1987, Öl auf Leinwand

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (G. de Chirico), 1987, Öl auf Leinwand

Wenn Kunst zur Ware wird, ist Kunst immer schon auch Werbung gewesen. Dass Werbung Kunst wird, provoziert für Kunst eine notwendige Radikalisierung nicht ihres antikapitalistischen Autonomieprinzips, sondern ihres Interventionsanspruchs gegenüber gesellschaftlich relevanten Phänomenen einer visuellen Aneignung des Wirklichen. Damit ließe sich der Streit zwischen Kunst und Werbung auflösen. Zurück bliebe die sich in sich selbst drehende Fiktion einer unbefriedigten Authentizität, die solches von der Kunst nur behauptet, um es der Werbung abzusprechen. Geht es aber um die Organisation der Mittel, Aneignungsformen des Realen zu erwirken, die dieses nicht nominalistisch auflösen, sondern als Unverfügbarkeitsvoraussetzung aller Wirklichkeitserfahrung sichern, dann wird der territoriale Behauptungskampf zwischen Kunst und Werbung gegenstandslos. Er bezieht sich nur noch auf archaische Relikte im Allgemeinen, die Angst vor dem Verlust des Authentischen im Besonderen. Schirners strategisch beanspruchte Autorenschaft bezieht sich auf den gerade kunsttheoretisch über die zur Kunst erklärte Werbung möglich gewordenen Diskurs. Formulierungen gilt es so zu entwickeln, dass ihre Voraussetzungen für ein Selbst als Objekt ihrer Einwirkungen verständlich werden. Die Kritik an der Kunst ist gewiss ohne deren Beraubung nicht möglich. Allerdings bestimmt der neue Kontext eine konzeptionell gesteigerte Qualität. Die Erzeugung neuer Zeichenmodelle treibt die Reflexion auf die Wahrnehmung von Bildwirkungen weiter. Schirners Kunstbegriff identifiziert die wesentlichen Wahrnehmungsformen mit den jeweils öffentlichkeitswirksamsten Zeichenträgern und Bildformen. Er kritisiert also nicht die Kunst im Namen des Lebens oder das Museum im Namen der Kunst, sondern verwendet die künstlerischen Leistungen, um die öffentliche Regulierung der Bilder als Arbeit an ihrer Wahrnehmung zugänglich zu machen. Gleichzeitig klagt Schirner avantgardistische Kunstmodelle und ihr Potential genau dort ein, worauf ihre Intention genuin gerichtet ist: auf die Komplexitätssicherung am Banalen und die Zerschlagung aller metaphysischen Ästhetikbegriffe zugunsten der Organisation der künstlerischen Produktionsmittel selbst. Schirner unterwirft konzeptuelle künstlerische Errungenschaften einem Kunstbegrifft, der aus den neuen technischen Möglichkeit einer strategischen Aneignung der öffentlichen Bilder entwickelt ist. Schirner verlässt die Legitimationsfrage, ob Werbung Kunst sei, indem er darauf verweist, dass unter dem Diktat einer ästhetischen Aneignung der öffentlichen Bilder insgesamt der Begriff der Kunst und die Geltung ihrer Wirkungsabsichten sich verändert haben. Deshalb spielt Schirner kunstvoll mit medial verformten Darstellungsmitteln. Sein ironisch als Tribut an ein Werbemotiv ganz in der traditionellen Sprache der Kunstwerke gemalten Signaturen (1987) verweisen auf den vorläufigen Schlusspunkt einer werberischen Inszenierung: auf Aura, Beglaubigung der Wertprojektion „Kunst“, das inszenierte Individuelle, die Urheberschaft. Gerade diese sind aber durch die ironische Beglaubigung einer Eigenhändigkeit von außen (Schirner, der die Signaturen anderer als Bilder in deren jeweiligem Stil malt) nichts als die Auflösung dieser Prätentionen. Denn sie wurden zuerst in Rahmen einer kommerziellen Kampagne für Düsseldorf als Kulturstadt entwickelt. Die handgemalten Signaturen vergrößern einzelne Elemente dieser Kampagne und übersteigern den zentralen Aura-Ort des Werkes im Sinne einer sprengenden Imitation. Der Autoritätsträger der Signatur wird zum Ausdruck einer konzeptionellen Bildmontage und der werberischen Ironie-Strategie: Werbung als Kunst. Das ist nicht das letzte Wort. Notwendig ist eine Umfunktionierung des Kunstbegriffs. Die kunstvernichtende Parallelisierung von Kunst und Werbung muss zur Provokation neuer, irritierender Ausdrucksformen werden. Kunst als Befremden gegen die Wirklichkeit ihrer Vereinnahmung ist, was es zu entwickeln gilt. Das gelingt nicht mehr der aktuellen eitlen Naivität. Kunst muss sich auf die möglichen subversiven Potentiale im Widerspruch der gnadenlosen Kapitalisierung allen Tuns radikal einlassen. Das tut Schirners Werbung längst.

Hans Ulrich Reck, Kunstforum, November/Dezember 1989

 

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (de Kooning), 1987, Öl auf Leinwand

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (de Kooning), Öl auf Leinwand, 1987

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (OM), 1987, Öl auf Leinwand

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (OM), Öl auf Leinwand, 1987

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (Jorn), 1987, Öl auf Leinwand

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (Jorn), Öl auf Leinwand, 1987

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (Corinth), 1987, Öl auf Leinwand

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (Corinth), Öl auf Leinwand, 1987

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (Giacometti), 1987, Öl auf Leinwand

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (Giacometti), Öl auf Leinwand, 1987

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (G. Braque), 1987, Öl auf Leinwand

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (G. Braque), Öl auf Leinwand, 1987

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (Nolde.), 1987, Öl auf Leinwand

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (Nolde), Öl auf Leinwand, 1987

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (LK) 1987, Öl auf Leinwand

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (LK), Öl auf Leinwand, 1987

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (Max Ernst) 1987, Öl auf Leinwand

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (Max Ernst), Öl auf Leinwand, 1987

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (Manessier) 1987, Öl auf Leinwand

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (Manessier), Öl auf Leinwand, 1987

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (Nay) 1987, Öl auf Leinwand

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (Nay), Öl auf Leinwand, 1987

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (Mirò) 1987, Öl auf Leinwand

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (Mirò), Öl auf Leinwand, 1987

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (Savinio) 1987, Öl auf Leinwand

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (Savinio), Öl auf Leinwand, 1987

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (Juan Gris) 1987, Öl auf Leinwand

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (Juan Gris), Öl auf Leinwand, 1987

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (Buffet), 1987, Öl auf Leinwand

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (Buffet), Öl auf Leinwand, 1987

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (C. Carra), 1987, Öl auf Leinwand

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (C. Carra), Öl auf Leinwand, 1987

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (Chagall), 1987, Öl auf Leinwand

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (Chagall), Öl auf Leinwand, 1987

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (Magritte), 1987, Öl auf Leinwand

Michael Schirner, Kisuaheli neumix, ohne Titel (Magritte), Öl auf Leinwand, 1987

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INTERVENTION

Kaarst, Rheinkreis Neuss, 1981

Installation für die Bürgerinitiative gegen die Zerstörung des Naturschutzgebietes Lauvenburg, Kaarst 1981

Franz Brauer und Michael Preiswerk, Bürgerinitative Kaarst, 1981, Installation Shot

GERAHMTE LANDSCHAFTEN

Für die die Bürgerinitiative zum Erhalt des Naturschutzgebietes Kaarst im Rhein-Kreis Neuss in Nordrhein-Westfalen installierten Franz Brauer und Michael Preiswerk an Wanderwegen im Wäldchen Holzrahmen in den Maßen von Großflächenplakaten mit der Beschriftung „Was Sie hier sehen, soll kaputtgemacht werden.“ Die Aktion mit der gerahmten Landschaft brachte so viele Unterschriften, dass der Plan der Stadt, eine Autobahn durch das Naturschutzgebiet zu bauen, aufgegeben wurde.

Installation für die Bürgerinitiative gegen die Zerstörung des Naturschutzgebietes Lauvenburg, Kaarst 1981

Franz Brauer und Michael Preiswerk, Bürgerinitative Kaarst, 1981, Installation Shot

CREDITS

Auftraggeber: Bürgerinitiative Kaarst
Kreativdirektor: Michael Preiswerk (Art), Franz Brauer (Text)
Grafiker: Ivica Maksimovic
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SCOTIABANK CONTACT PHOTO FESTIVAL

Toronto, Canada, 2013

Michael Schirner, PICTURES IN OUR MINDS, Michael Jackson holding a baby out of the window of the Adlon Hotel, 2013, Horizontal Billboard, Toronto, Kanada

Michael Schirner, Pictures in our Minds, Michael Jackson holding a baby out of the window of the Adlon Hotel, Horizontal Billboard, Toronto, 2013

MICHAEL SCHIRNER, PICTURES IN OUR MINDS

Auf dem größten Fotofestival der Welt 2013 in Toronto wurden 15 Pictures in our Minds auf 4 horizontal Billboards und 11 City Light Posters als Installation im öffentlichen Raum ausgestellt. Katalogauszug:

Scotiabank CONTACT Photography Festival is an annual event in May with Canadian and international artists and photographers exhibiting at more than 175 venues throughout the Greater Toronto Area. Founded as a not-for-profit organization in 1997 and now a charitable organization, the Festival is devoted to celebrating, and fostering the art and profession of photography, through a diverse range of programmes. As a leading proponent of photography, the Festival increases exposure and recognition for local, Canadian and international artists and is committed to advancing knowledge, creativity and innovation in photography. It stimulates excitement and discussion among a diverse audience that has grown to over 1.8 million. CONTACT is the largest photography event in the world, and premier event in Canada.

Michael Schirner’s series Pictures in our Minds (1985 – 2011) connects our processes of reading and visual interpretation, reflecting on how language is intimately connected with the cultural codes through which we understand images. Schirner’s stark descriptions of iconic photographs evoke images that have been engraved in our collective consciousness by the ubiquity of mass media. Drawing on the conventions of advertising and the strategies of conceptual art, they engage the viewer’s interpretive faculties, deliberately withholding any actual glimpse of the photos themselves. Displayed within the everyday context of billboards and street posters, the work highlights the public nature of visual culture and the role of images in structuring our perceptions. Referencing the plain tone of documentary photo captions, Schirner’s white texts on black backgrounds describe a wide range of notable images: many are traumatic, such as Naked Vietnamese child fleeing after a napalm attack, which conjures the photograph of Phan Thi Kim Phúc taken by Nick Ut (1972); others are lighthearted, such as Albert Einstein sticking his tongue out, which describes the uncharacteristic 1951 portrait of the physicist by Arthur Sasse. Each of Schirner’s image references share an ability to evoke the powers of our imaginations and a sense of cultural import that is greater than what can be signified by visual language alone.

Based in Berlin and Beijing, Schirner works at the intersection of multiple genres, blurring the boundaries between mass media, fine art, and photography. This wide range reflects the German artist’s diverse professional life: Schirner is a creative director in advertising, a professor of communication design, and an artist working at the intersection of media art, photography, performance, and installation.

Michael Schirner, Osama Bin-Laden watching himself on television, Vertical City Light Poster, Toronto 2013

Michael Schirner, Pictures in our Minds, Osama Bin-Laden watching himself on television, 2013, Vertical City Light Poster

Michael Schirner, Passengers of US Airways flight await rescue on the Hudson River, Horizontal Billboard, Toronto 2013

Michael Schirner, Pictures in our Minds, Passengers of US Airways flight await rescue on the Hudson River, 2013, Horizontal Billboard

Michael Schirner, Mortally wounded member of Loyalist troops in the Spanish Civil War, Horizontal Billboard, Toronto 2013

Michael Schirner, Pictures in our Minds, Mortally wounded member of Loyalist troops in the Spanish Civil War, 2013, Horizontal Billboard

Michael Schirner, Crowds on the Berlin Wall, Vertical City Light Poster, Toronto 2013

Michael Schirner, Pictures in our Minds, Crowds on the Berlin Wall, 2013, Vertical City Light Poster

Michael Schirner, Tortured Iraqi prisoner with hood, Vertical City Light Poster, Toronto 2013

Michael Schirner, Pictures in our Minds, Tortured Iraqi prisoner with hood, 2013, Vertical City Light Poster

Michael Schirner, Portrait of Che Guevara, Vertical City Light Poster, Toronto 2013

Michael Schirner, Pictures in our Minds, Portrait of Che Guevara, 2013, Vertical City Light Poster

Michael Schirner, Marilyn Monroe poised over a subway air-shaft, Vertical City Light Poster, Toronto 2013

Michael Schirner, Pictures in our Minds, Marilyn Monroe poised over a subway air-shaft, 2013, Vertical City Light Poster

Michael Schirner, Jack Ruby shooting Lee Harvey Oswald, Vertical City Light Poster, Toronto 2013

Michael Schirner, Pictures in our Minds, Jack Ruby shooting Lee Harvey Oswald, 2013, Vertical City Light Poster

Michael Schirner, Mao Tse-tung swimming in Yangtze Kiang, Vertical City Light Poster, Toronto 2013

Michael Schirner, Pictures in our Minds, Mao Tse-tung swimming in Yangtze Kiang, 2013, Vertical City Light Poster

Michael Schirner, Naked Vietnamese child fleeing after a napalm attack, Horizontal Billboard, Toronto 2013

Michael Schirner, Pictures in our Minds, Naked Vietnamese child fleeing after a napalm attack, 2013, Horizontal Billboard

Michael Schirner, Albert Einstein sticking his toungue out, Vertical City Light Poster, Toronto 2013

Michael Schirner, Pictures in our Minds, Albert Einstein sticking his toungue out, 2013, Vertical City Light Poster

Michael Schirner, Wreckage of the World Trade Center, Vertical City Light Poster, Toronto 2013

Michael Schirner, Pictures in our Minds, Wreckage of the World Trade Center, 2013, Vertical City Light Poster

Michael Schirner, The footprint of the first man on the moon, Vertical City Light Poster, Toronto 2013

Michael Schirner, Pictures in our Minds, The footprint of the first man on the moon, 2013, Vertical City Light Poster

Michael Schirner, The explosion of the airship Hindenburg, Vertical City Light Poster, Toronto 2013

Michael Schirner, Pictures in our Minds, The explosion of the airship Hindenburg, 2013, Vertical City Light Poster

 

 

 

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IMI

Kunsthalle Düsseldorf, 1997

Plakat für die Ausstellung IMI Knoebel, Kunsthalle Düsseldorf 1997

Michael Schirner Werbe- und Projektagentur, Kunsthalle Düsseldorf, 1997, Plakat

ICH MIT IHM

Imi ist das Pseudonym der Künstler Rainer Giese und Klaus Wolf Knoebel und das Akronym von „Ich mit Ihm“. Rainer Giese und der befreundete Michael Schirner verließen das Internats Gymnasium Bad Sachsa, um Künstler zu werden. Giese  und Knoebel besuchten die Werkkunstschule Darmstadt, die Kunstakademie Düsseldorf, Schirner die Werkkunstschule Saarbrücken, die Werkkunstschule Darmstadt und die Hochschule für Künste Hamburg. Giese und Knoebel bezogen den legendären Raum 19 der Beuys-Klasse an der Düsseldorfer Akademie, wo sich im gegenseitigen künstlerischen Austausch ihre gemeinsame Imi-Identität herausbildete. Schirner kam 1974 nach Düsseldorf und wurde Kreativchef der GGK Werbeagentur. Giese warf ihm vor, die Kunst an die Werbung verraten zu haben. Im selben Jahr brachte Giese sich um. Knoebel behielt den gemeinsam gewählten Vornamen Imi bei.  1997 beauftragte Jürgen Harten, Direktor der Kunsthalle Düsseldorf die Michael Schirner Werbe- und Projektagentur mit der Entwicklung der Kommunikation für eine Ausstellung der Arbeiten von Imi Knoebel. Schirner empfahl, auf Katalog, Anzeigen, Plakaten, Einladungen etc. groß IMI zu setzen.

 

CREDITS

Auftraggeber: Kunsthalle Düsseldorf
Agentur: Michael Schirner Werbe- und Projektagentur GmbH
Kreativdirektor: Michael Schirner
Texter: Michael Schirner
Artdirector: Catharina von Poser
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FÜR BEN

IBM Deutschland, 1988

Plakat für die IBM-Ausstellung "Wandel der visuellen Kultur", 1988

Michael Schirner Werbe- und Projektagentur, IBM Deutschland, 1988, Großflächenplakat

FÜR MICHAEL

Die Aufgabe: Werbung für die Ausstellung Wandel der visuellen Kultur.

Die Überlegung: Motto „Alles ändert sich immer“.

Die Idee: Ben Vautier malt ein elektronischen Bild mit dem Motto.

Der Erfolg: Ben widmet Michael ein Bild und umgekehrt.

Elektronisches Bild von Ben Vautier

Hochschule für Gestaltung Offenbach, 1984, elektronisches Bild

Elektronisches Bild von Michael Schirner

Michael Schirner, 1988, elektronisches Bild

CREDITS

Auftraggeber: IBM Deutschland GmbH
Agentur: Michael Schirner Werbe- und Projektagentur GmbH
Kreativdirektor: Michael Schirner
Texter: Michael Schirner, Ben Vautier
Artdirector: Claudia Hammerschmidt, Ben Vautier
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INTERVENTION

IBM Deutschland, 1980

IBM Denk-Film, Screen Shot, 1980

GGK Düsseldorf IBM Deutschland, 1980, Screen Shot

IBM Denk-Film, Screen Shot, 1980

GGK Düsseldorf IBM Deutschland, 1980, Screen Shot

IBM Denk-Film, Screen Shot, 1980

GGK Düsseldorf IBM Deutschland, 1980, Screen Shot

KUNST, WÜRDE ICH SAGEN

Off Sprecher: Was dabei herauskommt, wenn man mitten in der Stadt eine Tafel aufstellt, auf der DENK steht, und die Leute fragt, was sie sich dabei denken.

Interviewer: Da steht ein Plakat. Was mag das für einen Sinn haben?

Passant 1: Das ist moderne Kunst, würde ich sagen.

Interviewer: Ja? Wieso?

Passant 1: Ich meine, wenn man sich da anguckt, dann hat das doch einen unheimlichen Aussagewert.

Interviewer: Gefällt es Ihnen?

Passant 1: Ich würde sagen, es regt mich zum Denken an. Das ist ja auch der Sinn von Kunst, dass man sich mit der Sache auseinandersetzt. Das ist eine ganz gute Idee.

Interviewer: Was gefällt Ihnen daran?

Passant 2: Erstens ist es ganz schlicht und einfach, so dass man sehr leicht die Botschaft oder die Nachricht mitkriegt, und dann muss ich sagen, ich stimme auch eigentlich damit überein, ich kritisiere an vielen Leuten, dass sie nicht denken. Ich finde das gut, wenn da plötzlich so ein Schild steht, und da steht dann DENK, dann sagen die Leute: „Wieso, wir denken doch die ganze Zeit“, und vielleicht fällt ihnen dann ein, dass unser Denken vielleicht doch nicht alles umfasst.

Passant 3: Ein Bild muss da sein, dann kann man schneller denken, verstehen Sie?

Interviewer: Nicht so abstrakt?

Passant 3: Ja, genau.

CREDITS

Auftraggeber: IBM Deutschland GmbH
Agentur: GGK Düsseldorf
Kreativdirektor: Michael Schirner
Texter: Franz Brauer
Artdirector: Michael Preiswerk
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BUCH DER BÜCHER

Kiepenheuer & Witsch, 1986

Das Buch zum Jubiläum der KiWi-Reihe, 1996

KKG Projektagentur, Kiepenheuer & Witsch, 1986, Buch-Cover

FÜR HUNDERT PFENNIGE

Helge Malchow, Verlagsleiter von Kiepenheuer & Witsch, wollte das Erscheinen des hundertsten Bandes der KiWi-Reihe mit einer Kampagne feiern. Michael Schirner und Diedrich Diederichsen schlugen einen Jubiläumsband mit dem Titel Hundert hunderste Seiten vor. Aus Schirners Vorwort:

Das Kultbuch der englischen Jugendlichen „Absolut Beginners“ und das Kultbuch der amerikanischen Jugendlichen „Der Fänger im Roggen“, der Guru der Anti-Psychatrie und der Guru der rücksichtslosen Sozialreportage, der phantasievolle Moralist aus Köln und der moralische Phantast aus Kolumbien, avantgardistische Literatur aus der BRD und avantgardistische Umweltpolitik in Japan; das heißt: MacInnes und Salinger, Laing und Wallraff, Böll und Garcia Márquez, Glaser, Diederichsen, Winkels und Tsuru/Weidner; und das heißt Trinker, Hunde, Oberste, Herzoge, Guayave und Taranquilla, Girls, Türkische Früchte, Mord, großes Geld und Sexbeat.

Die Idee von KiWi ist, dass das renaissance-Ideal eines universal informierten, Anteil nehmenden, gebildeten Menschen dringend einer Renaissance bedarf; und zwar auf einer durchaus populären Ebene. In einer Zeit, wo gerne von der Undurchschaubarkeit der Welt, von der Undurchdringlichkeit des Faktendschungels philosophiert wird, bedarf es eines Programms, das Wichtiges und Markantes mit Exotischem und Experimentellem aus allen Bereichen zusammenführt und so den Blick frei gibt auf Welten, die dem üblichen zeitgenössischen Spezialisten verborgen bleiben. Die Tagesaktualität wird mit Radikalem, literarischen Subjektivismus konfrontiert, die ästhetische Moderne mit Entwürfen für grundlegende umweltpolitische Neugestaltungen, das Realistische mit dem Phantastischen, die Politik mit der Poesie.

Die Renaissance der Renaissance, ein alter Traum, sicher, zu dessen Verwirklichung eine Buchreihe wie diese nur ihren kleinen Beitrag leisten kann, aber immerhin.

Nun haben wir die Hundert voll und wollen in dem Geiste dieser Reihe feiern. Mit einem Buch der hundert Seiten, hundert Texte zu einem Preis von hundert Pfennigen. Auf hundert Seite lesen Sie hundertmal die Seite hundert unserer hundert Kiwi-Bände.

Die auf den ersten Blick zusammenhanglos und nach einem Zufallsprinzip aufeinanderfolgenden Seiten bewirken, dass man sich, ähnlich wie in einigen künstlerischen Werken der 60er und 70er Jahre, ohne es zu merken und ohne Anstrengung in die universale Vielfalt von Bezügen begibt, die der Idee der Universalität der KiWi-Reihe zugrunde liegen. Jede Seite ist auch eine Welt für sich, der immer wieder eine scheinbar völlig andere entgegengesetzt wird. Gelegentlich wird man vertraute Stimmen wiederhören (Böll, Gacia Márquez und andere, die mehrere Titel bei KiWi veröffentlich haben, aber jedesmal von einem anderen Punkt aus und über andere Gegenstände sprechend. Wenn der Vergleich erlaubt ist: das Bättern und Lesen in diesem Buch ist ein wenig so, als wenn Sie mit einer automatischen Fernbedienung zwischen hundert Programmen aus der ganzen Welt hin- und herschalten können.

Doch unser Buch bietet mehr als kontrollierte, intellektuelle Reize. Sie sind eingeladen, selbst aktiv zu werden. Im Inhaltsverzeichnis sind acht Angaben falsch. Finden Sie die Fehler heraus, und kreuzen Sie diese auf der beigelegten Teilnahmekarte an. Die richtigen Einsendungen nehmen an einer Verlosung teil. Dabei können einmal die hundert Bände der KiWi-Reihe gewonnen werden oder je zehnmal zehn Bände. Viel Spaß wünscht der Verlag Kiepenheuer & Witsch.

Anzeige zum Jubiläum der KiWi-Reihe, 1996

KKG Projektagentur, Kiepenheuer & Witsch, 1986, Anzeige in Tageszeitungen

Anzeige zum Jubiläum der KiWi-Reihe, 1996

KKG Projektagentur, Kiepenheuer & Witsch, 1986, Poster

CREDITS

Auftraggeber: Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln
Agentur: KKG Projektagentur
Kreativdirektor: Michael Schirner
Texter: Diedrich Diederichsen
Artdirector: Claudia Hammerschmidt
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MICHAEL SCHIRNER, IST GOETHE EINE CAMEL-PACKUNG?

Schauspielhaus Düsseldorf, 1981

Michael Schirner, "Ist Goethe eine Camel-Packung?", Schauspielhaus Düsseldorf, Szenenfoto, 1981

Michael Schirner, Ist Goethe eine Camel-Packung? Schauspielhaus Düsseldorf, 1981, Szenenfoto

DIE MITSCHULDIGEN

Michael Schirner

Ich fragte Goethe, was er denn davon halte, mit mir gemeinsam Konsumtheater zu machen. Er war begeistert und gestand, würde er wiedergeboren, wäre er ohnehin Werbetexter geworden. Und als wir gemeinsam überlegten, wie wir seine Mitschuldigen zeitgemäß aufführen könnten, sagte er, er könne sich nichts schöneres vorstellen, als die Rolle des Alcest, die er früher selbst gespielt habe, von der DeBeukelear-Prinzenrolle spielen zu lasse. Und wer spielt den Wirt, fragte ich. Natürlich die Toilettenpapierrolle mit dem Namen Servus, meinte er; und den betrunkenen Söller könne wohl niemand besser spielen als ein Döschen Löwenbräu. Poly Diadem, die BUNTE, das After Shave von Care und die Feinen Klöße von Pfanni sollten auch mitspielen.

Ich sprach mit Herrn Belitz, dem Intendanten vom Düsseldorfer Schauspielhaus und fragte die Schauspieler, ob sie in meiner Neuinszenierung von Goethes Die Mitschuldigen mitspielen wollten. Nach längeren Diskussionen willigten sie ein. Die Idee war, dass sie das Stück nicht in den traditionellen Kostümen spielen, sondern unter Vergrößerungen von Verpackungen erfolgreicher Produkte. Am 14. Mai 1981 feierte ein volles Haus die Auferstehung Goethes, dessen klassischen Rollen in einem dramatischen Akt eins wurden mit den massenkulturellen Rollen bekannter Markenartikel. Dem Stück gab ich den Titel Ist Goethe eine Camel-Packung? Michael Schirner in Werbung ist Kunst.

Michael Schirner, "Ist Goethe eine Camel-Packung?", Schauspielhaus Düsseldorf, Szenenfoto, 1981

Michael Schirner, Ist Goethe eine Camel-Packung?, Schauspielhaus Düsseldorf, 1981, Szenenfoto

DIESMAL BLEIBEN WIR WOHL ALLE UNGEHANGEN

Die Feinen Klöße von Pfanni (im Fond): Mein harter Vater bleibt auf dem verhassten Ton.
Die Servus-Toilettenpapierrolle (im Fond): Das Mädchen will nicht weichen.
Die Feinen Klöße von Pfanni: Da ist die Prinzenrolle von DeBeukelaer.
Die Servus-Toilettenpapierrolle (erblickt die Prinzenrolle von DeBeukelaer): Aha!
Die Feinen Klöße von Pfanni: Es muß, es muß sich zeigen!
Die Servus-Toilettenpapierrolle (zu der Prinzenrolle von DeBeukelaer): Mein Herr, sie ist der Dieb!
Die Feinen Klöße von Pfanni (auf der andern Seite): Er ist der Dieb, mein Herr!
Die Prinzenrolle von DeBeukelaer (sieht sie beide lachend an, dann sagt sie in einem Tone wie sie, auf die Löwenbräu-Bierdose deutend): Er ist der Dieb!
Die Löwenbräu-Bierdose (für sich): Nun, Haut, nun halte fest!
Die Feinen Klöße von Pfanni: Er?
Die Servus-Toilettenpapierrolle: Er?
Die Prinzenrolle von DeBeukelaer: Sie haben’s beide nicht; er hat’s!
Die Servus-Toilettenpapierrolle: Schlagt einen Nagel Ihm durch den Kopf, aufs Rad!
Die Feinen Klöße von Pfanni: Du?
Die Löwenbräu-Bierdose (für sich): Wolkenbruch und Hagel!
Die Servus-Toilettenpapierrolle: Ich möchte dich –
Die Prinzenrolle von DeBeukelaer: Mein Herr, ich bitte nur Geduld! Die Feinen Klöße von Pfanni waren im Verdacht, doch nicht mit ihrer Schuld. Sie kamen, besuchten mich. Der Schritt war wohl verwegen; doch ihre Tugend darf’s – (zu der Löwenbräu-Bierdose) Sie waren ja zugegen!
(Die Feinen Klöße von Pfanni erstaunt): Wir wußten nichts davon, vertraulich schwieg die Nacht, die Tugend. ­
Die Löwenbräu-Bierdose: Ja, sie hat mir ziemlich warm gemacht.
Die Prinzenrolle von DeBeukelaer (zur Servus-Toilettenpapierrolle): Doch Sie?
Die Servus-Toilettenpapierrolle: Aus Neugier war ich auch hinaufgekommen . Von dem verwünschten Brief war ich so eingenommen. Doch Ihnen, Herr Prinzenrolle von DeBeukelaer, hätt‘ ich’s nicht zugetraut! Den Herrn Gevatter hab ich noch nicht recht verdaut.
Die Prinzenrolle von DeBeukelaer: Verzeihn Sie diesen Scherz! Und Sie, Die Feinen Klöße von Pfanni, vergeben mir auch gewiß!
Die Feinen Klöße von Pfanni: Die Prinzenrolle von DeBeukelaer!
Die Prinzenrolle von DeBeukelaer: Ich zweifl‘ in meinem Leben an Ihrer Tugend nie. Verzeihn Sie jenen Schritt! So gut wie tugendhaft –
Die Löwenbräu-Bierdose: Fast glaub ich’s selber mit.
Die Prinzenrolle von DeBeukelaer (zu den Feinen Klößen von Pfanni): Und Sie vergeben doch auch unserer Löwenbräu-Bierdose?
Die Feinen Klöße von Pfanni (geben ihm die Hand): Gerne!
Die Prinzenrolle von DeBeukelaer (zur Servus-Toilettenpapierrolle): Allons denn! Die Servus-Toilettenpapierrolle (gibt der Löwenbräu-Bierdose die Hand): Stiehl nicht mehr!
Die Löwenbräu-Bierdose: Die Länge bringt die Ferne!
Die Prinzenrolle von DeBeukelaer: Allein was macht mein Geld?
Die Löwenbräu-Bierdose: Oh Herr, es war aus Not. Der Spieler peinigte mich Armen fast zu Tod. Ich wusste keinen Rat, ich stahl und zahlte Schulden; hier ist das übrige, ich weiß nicht, wie viel Gulden.
Die Prinzenrolle von DeBeukelaer: Was fort ist, schenk ich Ihm.
Die Löwenbräu-Bierdose: Für diesmal wär’s vorbei!
Die Prinzenrolle von DeBeukelaer: Allein ich hoff, Er wird fein höflich, still und treu! Und untersteht Er sich, noch einmal anzufangen , so –
Die Löwenbräu-Bierdose: Diesmal blieben wir wohl alle ungehangen.

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NAME: WESTKUNST

Museen der Stadt Köln, 1981

Großflächenplakat für die Ausstellung "Westkunst", 1981

GGK Düsseldorf, Museen der Stadt Köln, 1981, Großflächenplakat

LET’S GO West

Kasper König wollte für seine Großausstellung moderner Kunst in den Kölner Messehallen eine spektakuläre Kampagne. Michael Schirner schlug drei Dinge vor. Erstens: Statt der üblichen Kleinanzeigen für Kunstausstellungen sollten Großflächenplakate in allen Großstädten eingesetzt werden, was es  damals noch nicht gegeben hatte. Zweitens: Statt in der Werbung Kunst abzubilden, wollte Schirner Zitate der ausgestellten Künstler groß auf den Plakaten herausstellen. Drittens: Statt des langen deskriptiven Ausstellungstitels Ausstellung zeitgenössische Kunst seit neunzehnhundertneununddreißig wollten Schirner, dass die Ausstellung einen Namen bekommt, der so kurz und prägnant ist wie der Name einer Cigarette: z.B. West. Schirner empfahl den Namen Westkunst. Die die Ausstellung wurde ein Erfolg. Und die Künstlerzitate in Rot auf Weiß verkauft Walter König heute noch als Kunstpostkarten in seinen Buchhandlungen.

Großflächenplakat für die Ausstellung "Westkunst", 1981

GGLK Düsseldorf, Museen der Stadt Köln, 1981, Großflächenplakat

Großflächenplakat für die Ausstellung "Westkunst", 1981

GGK Düsseldorf, Museen der Stadt Köln, 1981, Großflächenplakat

Großflächenplakat für die Ausstellung "Westkunst", 1981

GGK Düsseldorf, Museen der Stadt Köln, 1981, Großflächenplakat

Großflächenplakat für die Ausstellung "Westkunst", 1981

GGK Düsseldorf, Museen der Stadt Köln, 1981, Großflächenplakat

Großflächenplakat für die Ausstellung "Westkunst", 1981

GGK Düsseldorf, Museen der Stadt Köln, 1981, Großflächenplakat

Großflächenplakat für die Ausstellung "Westkunst", 1981

GGK Düsseldorf, Museen der Stadt Köln, 1981, Großflächenplakat

Großflächenplakat für die Ausstellung "Westkunst", 1981

GGK Düsseldorf, Museen der Stadt Köln, 1981, Großflächenplakat

CREDITS

Auftraggeber: Museen der Stadt Köln, Kasper König
Agentur: GGK Düsseldorf
Kreativdirektor: Michael Schirner
Grafiker: Hannes Jähn
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SEX SELLS

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, 1992

Großflächenplakat für „Das Jahr mit der Bibel“, 2003

Großflächenplakat für „Das Jahr mit der Bibel“, 2003

LIEBER GOTT

Die Aufgabe:  Dafür sorgen, dass mehr Menschen die Bibel lesen.

Die Überlegung: Was für eine wunderbare Aufgabe! Was für ein toller Kunde: der liebe Gott persönlich!

Die Idee: Gott wirbt für sein Buch. Er hätte gehört: Sex sells.

Der Erfolg: Seine Love Story wurde Bestseller.

CREDITS

Auftraggeber: Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen
Agentur: Michael Schirner Werbe- und Projektagentur
Kreativdirektor: Gott
Texter: Gott
Artdirector: Gott
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