MICHAEL SCHIRNER, WERBUNG ALS KUNST

Galerie Hans Mayer, Düsseldorf, 1981

Ausstellung "Werbung als Kunst", Düsseldorf 1981

Michael Schirner, Werbung als Kunst, Galerie Hans Mayer, Düsseldorf 1981, Exhibition Shot

VOM DENKEN MIT DEM KNIE

1981 hatten wir Werbeagenturen deutschlandweit aufgefordert, die Arbeiten, die sie für Kunst hielten, an die Galerie von Hans Mayer in Düsseldorf zu schicken. Unter dem Titel Werbung als Kunst sollten von einer Jury ausgewählten Arbeiten ausgestellt werden.

Ausstellung "Werbung als Kunst", Düsseldorf 1981

Michael Schirner, Werbung als Kunst, Galerie Hans Mayer, Düsseldorf 1981, Exhibition Shot

Die Juroren waren Marianne Schmidt, Herausgeberin von Hans Magnus Enzensbergers Kulturmagazin TransAtlantik, Hellmuth Karasek vom Spiegel,  Thomas Schöder vom FAZ-Magazin, Haug von Kuenheim von  der Zeit, Wolfgang Behnken vom Stern, Christian Herchenröder vom Handelsblatt, Michael Krüger vom Hanser Verlag und der Galerist Hans Mayer.

Ausstellung "Werbung als Kunst", Düsseldorf 1981

Michael Schirner, Werbung als Kunst, Galerie Hans Mayer, Düsseldorf 1981, Exhibition Shot

Aus 400 eingeschickten Arbeiten wählte die Jury 22 Arbeiten aus. Hans Mayer hängte die Rauschenbergs, Stellas und LeWitts ab und Werbeplakate und Anzeigen in der Galerie auf: Schnapskunst, Limokunst, Schokokunst, Knipskunst, Tippkunst, Hosenkunst etc.

Ausstellung "Werbung als Kunst", Düsseldorf 1981

Michael Schirner, Werbung als Kunst, Galerie Hans Mayer, Düsseldorf 1981, Exhibition Shot

Joseph Beuys kam zur Ausstellungseröffnung. Später auch Andy Warhol.

Ausstellung "Werbung als Kunst", Düsseldorf 1981

Michael Schirner, Werbung als Kunst, Galerie Hans Mayer, Düsseldorf 1981, Exhibition Shot

Beuys signierte das GGK-Plakat mit dem Wort schreIBMaschinen und auf die Anzeige für Hubert Burdas BUNTE schrieb er: „Hubert muss kommen“. Michael Schirner rief Burda an, und am nächsten Tag trafen sie sich in der Ausstellung: Beuys, Burda, Mayer, Schirner und Warhol.

Ausstellung "Werbung als Kunst", Düsseldorf1981

Michael Schirner, Werbung als Kunst, Galerie Hans Mayer, Düsseldorf 1981, Exhibition

Warhol war begeistert von den ausgestellten Anzeigen und Plakaten und kommentierte: „Good business is the best art“. Beuys wiederholte seine Forderung: „Jeder Mensch ist ein Künstler.“ Mayer fragte: „Wenn jeder Mensch ein Künstler ist und alles Kunst, wo ist dann der Unterschied?“ Schirner beruhigte ihn: „Entweder ist er ein guter Künstler oder ein schlechter.“ Burda: „Gute Künstler denken und arbeiten anders als die anderen.“ Darauf Beuys: „Ich denke sowieso mit dem Knie.“ Burda meinte, dass lineares, logisches Denken mit Kopf oder Gehirn der Komplexität des künstlerischen Denkens nicht entspräche. Deshalb denken gute Künstler kreuz und quer und um die Ecke. Und das gehe nur mit dem Knie. Worauf Schirner sagte: „Ich würde gern eine Schule aufmachen, wo die besten Künstler das künstlerische Denken von Nicht-Künstlern fördern.“ Er fragte Beuys, wie er den Namen finde: Akademie fürs Denken mit dem Knie.“ Nicht schlecht“ meinte Beuys. „Toll“, sagte Hubert Burda und riet Schirner, dafür eine Stiftung ins Leben zu rufen, was er auch tat. Ein zentrales Projekt der Schirner Zang Foundation ist Die Akademie Fürs Denken mit dem Knie.

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