DAILY MEMORIES

Kunstmuseum Magdeburg, 2014

Michael Schirner, BYE BYE, NEW32, 2002 – 2010, Digigraphie by Epson

Michael Schirner, BYE BYE, NEW32, 2002 – 2010, Fine Art Print, Kaschierung auf Alu-Dibond-Platte 

MICHAEL SCHIRNER, Bye Bye & Pictures in our Minds

Das Kunstmuseum Kloster Unserer Lieben Frauen Magdeburg zeigt in der Gruppenausstellung Daily Memories Arbeiten der Serie BYE BYE von Michael Schirner TRA72, MOS70, NOR44, MUN72, ABU03, PAR60, OHI70, NEW32, CER36, IWO45, BEI89, PAR97, GEN87, MOS20, SAN73, HAM08, TAM04, JER61; außerdem Arbeiten der Serie  Pictures in our Minds: The head of the South Vietnamese police shooting a panda, The footprint of the first panda on the moon, Genetically manipulated panda with an ear growing on his back, Michael Jackson holding a panda baby out of the window of the Adlon Hotel.

Künstler: Edgar Arceneaux (USA), Jeremy Deller (GB), Markus Draper (D), Hans-Peter Feldmann (D), Ruth Francken (USA/F), Dieter Froelich (D), Michael Hofstetter (D), Sven Johne (D), Rashid Johnson (USA), Joep van Liefland (NL), Nicholas Nixon (USA), Anahita Razmi (D), realities:united, (Jan und Tim Edler, D), Gideon Rubin (Isreal), Micheal Schirner (D), Nanaé Suzuki (Japan), Yin Xiuzhen (China)

Michael Schirner, Pictures in our Minds, Exhibition Shot, Kunstmuseum Magdeburg, 2014

The footprint of the first panda on the moon

„Mit den Serie Pictures in our Minds knüpft Michael Schirner an seine gleichnamige Serie von 1985 an, die erstmals in den Hamburger Messehallen gezeigt wurde … Einen Schritt weiter geht Michael Schirner 2007, indem er in der Textnachricht das tragende Element durch den Begriff „Panda“ ersetzt. Derart verfremdet lesen wir nun beunruhigend-verwirrende Sätze wie: „The head of the South Vietnamese police shooting a panda“ oder „The footprint oft the first panda on the moon”. Und doch wissen wir gleich um die tatsächlichen Geschehnisse, denn unsere Erinnerung setzt sofort ein; wir ergänzen nicht nur das beschriebene Bild, sondern vervollständigen und korrigieren auch gleich den Sinn des Satzes. Da Erinnerung immer emotional geprägt, oft nur peripher mit den tatsächlichen Ereignissen zu tun hat, von diesen abweicht und selbstverständlich autobiographisch gefärbt ist, lässt der Austausch des zentralen Bildmotivs den Betrachter zum Schöpfer seiner eigenen Bilder und somit seiner ganz individuellen Wahrheit im Wiedererleben und Rezipieren der vergangenen Ereignisse und ihrer Umstände werden.“ Annegret Laabs

Exhibition Shot, Kunstmuseum Magdeburg 2014

Michael Schirner, BYE BYE, Exhibition Shot, Kunstmuseum Magdeburg 2014

„Die weltbekannten Nachrichtenbilder, oft mit dem World Press Photo Award ausgezeichnet, sind es, die Michael Schirner in seiner 32 Fotografien umfassenden Serie BYE BYE 2010 präsentierte. Doch etwas ist anders an diesen Bildern, irritiert den Betrachter, erschwert die Rezeption und wirft sofort Fragen auf: Der Soldat, ob er nun tatsächlich im Moment des Todes von Capa fotografiert oder nicht, er ist auf Schirners Bild nicht vorhanden; die amerikanischen Soldaten, die 1945 nach der Eroberung der japanischen Insel Iwo Jima mit viel Kraft die Fahnenstange der US-Flagge in den Boden rammen, fehlen auf dem Bild; kein Panzer rollt 1989 auf dem Platz des Himmlischen Friedens; 1970 bei der Parade im Schnee auf dem Roten Platz sind Breschnew und sein Politbüro nicht anwesend und auch die Badewanne, in der man 1987 den toten Politiker Uwe Barschel fand, ist leer … Es geht um unsere Wahrnehmung zwischen Erinnern und Vergessen, um die Leerstellen, die entstehen, wenn zentrale Aussagen fehlen und es geht um die Frage danach, wie visuell unser Bewusstsein funktioniert.“ Annegret Laabs

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