Archiv der Kategorie: Werbung

BYE BYE MEDIA

BYE BYE FAZ, BYE BYE STREET ART, 2010

Michael Schirner, BYE BYE MOS20, 2002 – 2009, Fine Art Print, Kaschierung auf Alu-Dibond-Platte

EINE GESCHICHTE DER ENTFERNUNG

Zu Michael Schirners Fotografien im heutigen Feuilleton

„Die Methodik, durch Weglassungen die Wirkmacht von ikonischen Bildern zu erproben, hat sich der vor allem als Werber bekannt gewordene Michael Schirner für sein BYE BYE genanntes Projekt auf direktmöglichem Wege zu eigen gemacht. Er entfernt die wesentlichen Figuren aus ikonischen Pressebildern: den fallenden Kämpfer aus Robert Capas berühmten Bild des Spanischen Bürgerkriegs, James Dean aus der Szene am verregneten Times Square, einen Toten in Ohio aus dem Bild von 1970. Übrig bleibt auch hier ein ‚punktum‘: Wer ist die Frau, die da im Sommer 1970, den Pullover um die Hüfte geknotet, an der Kent State University über den Campus läuft; wo kam sie her, was geschah mit ihr, wo lebt sie heute – und warum wurde dieses Bild gemacht? … Ein fast unvermeidlicher Gag ist es, dass Schirner aus dem Bild, aus dem Stalin Trotzki entfernen ließ, Lenin entfernt – was auf eine mögliche Botschaft dieser Bildmanipulationen hinführt: Die Geschichte wäre anders verlaufen, wenn hier andere Menschen das Wort und die Macht ergriffen hätten, Geschichte ist kein Naturereignis, sondern das Produkt menschlicher Auftritte und Idealbilder. So könnte man Schirners Entfernungen vielleicht als Werbung und Ermunterung lesen, auch politisch mehr Druck zu machen.“  Niklas Maak

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. April 2010, Nr. 87 / 15 D3

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. April 2010, Nr. 87 / 15 D3

Die BYE BYE FAZ

FAZ-Ausgabe vom 15. April 2010

2009 wurden Michael Schirners Arbeiten der Serie BYE BYE von der Jury der Lead Awards ausgezeichnet und mit Gewinnerarbeiten in den Hamburger Deichtorhallen ausgestellt. Markus Peichl, Organisator der Lead Awards und Partner von Andreas Osarek, dem Leiter der Berliner Crone Galerie, schlug vor, die ausgezeichneten Arbeiten in der Galerie auszustellen. Schirner wollte mehr: eine Einzelausstellung in den Deichtorhallen, eine mehrseitige BYE BYE-Bildstrecke in der Frankfurter Allgemeine Zeitung, BYE BYE-Großflächenplakate und -Citylight-Poster in Hamburg, Berlin, Düsseldorf Frankfurt und ein BYE BYE-Katalogbuch, das die Medienkunstaktion dokumentiert.

Frank Schirrmacher, Chefredakteur und Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der radikale Ideen liebte, war so begeistert von der Schirners Serie, dass er alle Pressefotos einer aktuelle Ausgabe der FAZ durch Arbeiten der Serie BYE BYE ersetzen lassen wollte.

Am 15. April 2010, dem Eröffnungstag der Ausstellung Michael Schirner I BYE BYE in den Hamburger Deichtorhallen erschien die FAZ, und 17 redaktionellen Beiträgen waren mit 17 Fotos der Serie BYE BYE bebildert. Das Titelbild auf Seite 1 zeigt die Arbeit BYE BYE, CER36, Fine Art Print, 2002 – 2009, based on a photograph by Robert Capa, darüber steht: „Kriegsbild?“, darunter „Bilderrätsel – Hier fehlt etwas – aber was? Die Auflösung finden Sie auf Seite 4. Es geht dabei um Leben und Tod, so wie auch in Afghanistan auf Seite 3, wo Soldaten in einem Konflikt im Einsatz sind, mit dessen Benennung sich die deutsche Politik so schwertut, dass der Außenminister und die Opposition lange Umschreibungen dafür benötigen. Was es mit dieser begrifflichen Verwirrung auf sich hat und weshalb manche ein kurzes Wort mit fünf Buchstaben nicht verwenden wollen, steht auf Seite 31. Noch mehr Rätsel finden sich im ganzen Feuilleton.“

Es folgen Ausschnitte der FAZ vom 15. April 2010 mit BYE BYE-Motiven und Bildunterschriften der Redaktion.

Geschichtsbücher werden immer wieder umgeschrieben. Ein wenig wohler ist einem aber doch, wenn sie noch gedruckt vorliegen.

Wenn man Windstärke, Temperatur und Niederschlagsmenge vorausberechnen kann, ist dann auch der Ausgang der Geschichte bereits determiniert?

Helden gehen gern zu Fuß, auch wenn sie hoch hinaus wollen.

Die Polen greifen in höchste Register öffentlichen Gedenkens und erweisen damit ihrem verunglückten Präsidenten eine heikle letzte Ehre.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr: Auf dem Land herrscht jedenfalls ein anderes Verhältnis zur Transgression als in großen Städten.

Krieg, das heißt Gräuel. Man entkommt ihnen nicht, wenn man nicht von ihm spricht.

Manchmal wäre es besser, nicht durch Drehtüren zu eilen.

Der Traum aller Gäste des Pictoplasma-Festivals ist es, die Welt des Trickfilms um eine Figur zu bereichern, die später jeder kennt.

Hoch hinaus, denn Baukunst heißt heute überwiegend Montage.

Die ewige Frage: Was würdest du wählen, wenn du entscheiden könntest zwischen dem Leiden und dem Nichts.

Damit akademische Karrieren in Fahrt kommen, werden Anführungsstriche schon einmal auch weggelassen.

Ein Mann, der sein Rollenbild für die Wirklichkeit nahm.

Die ARD blickt auf ihre Geschichte zurück. Vier Nächte lang geht es um Wegmarken des politisch, informierenden wie des unterhaltenden Fernsehens. Einen neuen Slogan gönnen sich die Sender demnächst auch: „Wir sind eins. ARD.“

Vox, 20.15 Uhr, der Flug des Phoenix: Ein Flugzeug stürzt über der Wüste Gobi ab. Die Passagiere müssen um ihr Überleben kämpfen.

Wenn die Natur außer Kontrolle gerät, versagen die Bilder.

Michael Schirner, BYE BYE, Großflächenplakat in Frankfurt/M, 2010

BYE BYE Großflächenplakat in Frankfurt/M, 2010

bye bye STREET ART

BYE BYE Großflächenplakate und -City Light Poster

Als Teil der Medien-Kunst-Aktion erschienen Bilder der Serie BYE BYE auf mehr als tausend Großflächenplakatstellen, Plakatsäulen und City Light Poster in Hamburg, Berlin, Düsseldorf und Frankfurt.

Michael Schirner, BYE BYE, Großflächenplakat in Düsseldorf, 2010

BYE BYE City Light Poster in Düsseldorf, 2010

Michael Schirner, BYE BYE, Großflächenplakat in Frankfurt/M, 2010

BYE BYE Großflächenplakat in Frankfurt/M, 2010

Michael Schirner, BYE BYE, Katalogbuch zur Ausstellung in den Deichtorhallen Hamburg, Hrsg. Markus Peichl, Distanz Verlag, Berlin 2010

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ARTISTS FOR SAFER SEX

HIV/AIDS-Präventionskampagne der Schirner Zang Foundation, 2016

Doppelseitige Anzeige der "Artists for Safer Sex" - Kampagne in Playboy

Artists for Safer Sex-HIV/AIDS-Präventionskampagne, Anzeige, 2016

24 Mal Erigierter Penis mit Hand und Kondom

Laut Robert Koch Institut „steigen die HIV-Infektionen, die Akzeptanz von Kondomen ist rückläufig; besonders Jugendlichen muss klargemacht werden, dass Kondome einen wirksamen Schutz vor Ansteckungen bieten.“ Der Vorstand der gemeinnützigen Schirner Zang Foundation startet eine massive HIV/AIDS-Präventionskampagne. Verantwortlicher Kreativdirektor ist Kexin Zang. Ziel der Kampagne: Möglich viele Menschen sollten Kondome benutzen, damit sich möglich wenige mit dem HIV-Virus infizieren.

Idee: die Artists for Safer Sex-HIV/AIDS-Präventionskamagne. Artists for Safer Sex sind 24 Fotokünstler: Joachim Baldauf, Tomaso Baldessarini, Düttmann, Philippe Gerlach, Jan Grosser, Kai-Uwe Gundlach, Esther Haase, Bernhard Handick, Ren Hang, Billy & Hells, Hadley Hudson, Sven Jacobsen, Ali Kepenek, Anatol Kotte, Matt Lambert, Tom Lemke, Hans Jürgen Kallmeyer,Oliver Mark, Ralph Mecke, Armin Morbach, Jurgen Ostarhild, Philipp Rathmer, Thomas Ternes, Dorothea Tuch. Jeder Fotokünstler gestaltet das Schlüsselbild der Prävention – erigierter Penis mit Hand und Kondom – in seinem ganz persönlichen Stil für die Safy Sex-Kampagne.

Artists for Safer Sex sind Digital-Designer wie Hi-ReS!, The Adventures Of, razorfish, PUK. Sie entwickeln Safy Sex Challenges, -Contests, -Shows, -Videos und das Deign der Kampagnen-Website.

Medienpartner der Safy Sex-Kampagne sind Frankfurter Rundschau, DIE ZEIT ze.tt, DER SPIEGEL, FOCUS, PLAYBOY, brand eins, SPEX, VICE Media etc. Sie stiften Anzeigenseiten, Online-Banner, Einbettung der Kampagnen-Website in Online-Ausgaben und kontinuierliche redaktionelle Beiträge.

Artists for Safer Sex-HIV/AIDS-Präventionskampagne, Anzeigen, 2016

Artists for safer Sex, Kampagne des Jahres

Mit ihrer HIV/AIDS-Kampagne schafft Schirner Zang eine spannende Verbindung zwischen gedruckter und digitaler Werbung und Kampagnen-Website. Die Methode: Nach dem Prinzip der Pictures in our Minds sind Anzeigen, Online-Werbebanner etc. ausschließlich mit Textaussagen gestaltet; sie beschreiben die Fototos der 24 Artists for Safe Sex und appellieren damit an Kopf, Imagination und Phantasie der Leser. Die Kampagnen-Webseite spricht Emotion, Bauch und Sinne der Besucher an: Sie zeigt Fotos von erigiertem Penis, Hand und Kondom, Videos von Fotogafen und Online-Aktionen etc. Der Effekt: Die Werbung macht neugierig und motiviert die Leser zum Besuch der Website, dem audiovisuellen Aktionszentrum der Kampagne.

Kampagne-Website

Artists for Safer Sex-HIV/AIDS-Präventionskampagne, Website, 201

Safy sex is Super sex

Vom 25. Juni bis Ende 2016 erscheinen 24 Anzeigen und Banner der HIV/AIDS-Kampagne jeweils samstags in gedruckten wie digitalen Medien. Auf den Werbemitteln wird die Veröffentlichung des wöchentlichen Safy Sex-Schlüsselbildes auf der Kampagnen-Website angekündigt, z.B. „Safy Nr.1: Erigierter Penis mit Hand und Kondom, fotografiert von Armin Morbach. Ab 25. Juni auf www.safy-sex.de“.

Das Versprechen der Kampagne: „Den besten Sex machen Sie mit Kondomen. Denn nur mit Kondomen können Sie die verrücktesten, abenteuerlichsten, wahnsinnigsten, gewagtesten, abgefahrensten, verruchtesten Sexualpraktiken ungehemmt und sorglos voll und ganz auskosten. Nur Safy Sex garantiert unendlichen Spaß.“ Slogan: Safy Sex is Super Sex.

Exhibition Shot, Lead Award, Deichtorhallen Hamburg, 2016

Artists for Safer Sex, Exhibition Shot, Lead Award, Deichtorhallen Hamburg, 2016

Exhibition Shot, Lead Award, Deichtorhallen Hamburg, 2016

Artists for Safer Sex, Exhibition Shot, Lead Award, Deichtorhallen Hamburg, 2016

Die HIV/AIDS-Präventionskampagne, die Artists for Safer Sex und ihre Arbeiten werden in den Räumen der Schirner Zang Foundation vorgestellt. Die Ausstellung wird von Vorträgen zum Thema begleitet. Referenten: Prof. Dr. Karin Mölling, Markus Peichl u.a.. Die Artist for Safer Sex- Kampagne der Schirner Zang Foundation wird bei den Lead Awards 2016 als Kampagne des Jahres ausgezeichnet und in den Hamburger Deichtorhallen ausgestellt. Die Zeitschrift Lürzers Archiv stellt die Kampagne vor und macht Safy Nr. 1 zum Titelbild.

Artists for Safer Sex, Titel Lürzer’s Archiv mit Ausschnitt eines Kampagnenfotos

Auftraggeber: Schirner Zang Foundation
Studio: Kexin Zang
Kreativdirektor: Kexin Zang
Texter: Michael Schirner
Artdirector: Kexin Zang
Fotografen: Joachim Baldauf, Uwe Düttmann, Philippe Gerlach, Jan Grosser, Kai-Uwe Gundlach, Esther Haase, Bernhard Handick, Ren Hang, Billy & Hells, Hadley Hudson, Sven Jacobsen, Hans-Jürgen Kallmeyer, Ali Kepenek, Anatol Kotte, Matt Lambert, Tom Lemke, Oliver Mark, Ralph Mecke, Armin Morbach, Jurgen Ostarhild, Philipp Rathmer, Thomas Ternes, Tomaso Baldessarini, Dorothea Tuch

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HERR BANKDIREKTOR

IBM Deutschland, 1982

TV-Spot für die kleinen Computer von IBM, 1982, Screenshot

GGK Düsseldorf, IBM Deutschland , 1982, TV-Screenshot

TV-Spot für die kleinen Computer von IBM, 1982, Screenshot

GGK Düsseldorf, IBM Deutschland , 1982, TV-Screenshot

TV-Spot für die kleinen Computer von IBM, 1982, Screenshot

GGK Düsseldorf, IBM Deutschland , 1982, TV-Screenshot

DAUERLUTSCHER

Die Aufgabe: Den IBM Personal bekanntmachen

Die Überlegung: Bei IBM denkt jeder an Groß-Computer.

Das wollen wir ändern.

Die Idee: Kinder spielen mit PC Bankdirektor und Kunde.

Der Erfolg: Die treue Kundschaft wollte spontan so viele PC kaufen, wie IBM für eine gesamte Laufzeit von 5 Jahren kalkuliert hatte (Computer Histoty Online)

TV Commercial:

1. Junge: Guten Tag, Herr Bankdirektor.
2. Junge: Guten Tag.
1. Junge: Soll ich für mein Geld Gold kaufen oder Ölaktien oder soll ich lieber Häuser kaufen?
2. Junge: Kaufen Sie Dauerlutscher. Das ist zur Zeit der große Renner.
Sprecher: Spielend einfach, die kleinen Computer von IBM.

CREDITS

Auftraggeber: IBM Deutschland GmbH
Agentur: GGK Düsseldorf
Kreativdirektor: Michael Schirner
Texter: Franz Brauer
Artdirector: Michael Preiswerk
Filmproduktion: Studio Fröhling
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ICH BIN EIN TIPPFEHLER

IBM Deutschland, 1977

TV-Spot für die IBM Schreibmaschine mit der Korrekturtaste, 1977, Screenshot

GGK Düsseldorf, IBM Deutschland, 1977, Screenshot

TV-Spot für die IBM Schreibmaschine mit der Korrekturtaste, 1977, Screenshot

GGK Düsseldorf, IBM Deutschland, 1977, Screenshot

TV-Spot für die IBM Schreibmaschine mit der Korrekturtaste, 1977, Screenshot

GGK Düsseldorf, IBM Deutschland, 1977, Screenshot

DIE GESCHICHTE DES Ö

Die Aufgabe: Die IBM 96C Selectric vorstellen

Überlegung: Die Schreibmaschine hat eine Korrekturtaste, mit der man Tippfehler korrigieren kann.

Die Idee: Geschichte des Ö

Der Erfolg: Mehr Nachfrage als beim Vorgängermodell

TV commercial:

Eine Schreibmaschine schreibt:
„Lieber Chöf“.
Das ö wird lebendig und sagt:
„Guten Abend, ich bin ein Tippfehler.
Ich bin leicht zu machen, aber schwer wieder wegzumachen.
Radiergummis rubbeln mich weg. Aber auch ein Loch ins Papier.“
Das ö lacht schrecklich laut und hämisch:
„Korrekturflüssigkeiten decken mich zu,
aber man sieht dann immer noch, wo ich vorher war.
Es soll zwar Schreibmaschinen geben, die eine Korrekturtaste haben,
und Tippfehler wie mich einfach wieder wegtippen,
aber das ist sicher nichts als Werbung …“
Man hört das Originalgeräusch des Korrekturvorgangs,
das ö wird von der Korrekturtaste gelöscht,
der richtige Buchstabe, das e, wird eingetippt,
Eine Sprecherin sagt: „Die IBM Schreibmaschine 96C mit der Korrekturtaste“

 

CREDITS

Auftraggeber: IBM Deutschland GmbH
Agentur: GGK Düsseldorf
Kreativdirektor: Michael Schirner
Texter: Bernd Arnold
Artdirector: Michael Preiswerk, Helmut Rottke
Filmproduktion: Dragon, London
Grafiker: Jürgen Dahlen, Josef Emonts-Pohl
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Guten Abend

IBM Deutschland, 1984

TV-Spot für IBM-Computer am Arbeitsplatz, 1984, Screenshot

GGK Düsseldorf, IBM Deutschland, 1984, TV-Screenshot

TV-Spot für IBM-Computer am Arbeitsplatz, 1984, Screenshot

GGK Düsseldorf, IBM Deutschland, 1984, TV-Screenshot

TV-Spot für IBM-Computer am Arbeitsplatz, 1984, Screenshot

GGK Düsseldorf, IBM Deutschland, 1984, TV-Screenshot

HIER SPRICHT DEIN FERNSEHSCHIRM

Die Aufgabe: IBM PC mit Grafikkarte vorstellen

Die Überlegung: Wir machen Demos zu Hause.

Die Idee: Der Fernsehschirm spricht.

Der Erfolg: Die treue Kundschaft wollte spontan so viele PC kaufen, wie IBM für eine gesamte Laufzeit von 5 Jahren kalkuliert hatte (Computer Histoty Online)

TV commercial:

Der Bildschirm spricht: Guten Abend, hier spricht Dein Fernsehschirm.
Stell Dir vor, ich stehe morgen früh auf Deinem
Schreibtisch im Büro.
Dann könntest Du auf mir zeichnen: Punkte, Kreise, Fläche,
alles dreidimensional verzerren und um die eigene Achse drehen.
Off Sprecher: Wir haben den Computer für Sie. IBM

CREDITS

Auftraggeber: IBM Deutschland GmbH
Agentur: GGK Düsseldorf
Kreativdirektor: Michael Schirner
Texter: Franz Brauer
Artdirector: Michael Preiswerk
Filmproduktion: Dragon, London
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GUTEN MORGEN, MEINE HERREN

Care Herrenkosmetik, 1980

Screen Shot, Care Herrenkosmetik, TV-Spot, Vorstandssitzung, 1980

GGK Düsseldorf, Care Herrenkosmetik, 1980, Screenshot

Screen Shot, Care Herrenkosmetik, TV-Spot, Vorstandssitzung, 1980

GGK Düsseldorf, Care Herrenkosmetik, 1980, Screenshot

Screen Shot, Care Herrenkosmetik, TV-Spot, Vorstandssitzung, 1980

GGK Düsseldorf, Care Herrenkosmetik, 1980, Screenshot

NICHT MEHR OHNE

Die Aufgabe: TV-Spots für die Männerserie von Care machen

Die Überlegung: GGK Düsseldorf wirbt in Anzeigen mit nackten Männern und mit der Zeile „Man geht nicht mehr ohne.“

Die Idee: In TV-Spots lässt die Agentur die Nackten wirklich gehen. Alles, was sie tragen ist der Duft von Care und – je nach Anlass – eine Zeitung, ein Programmheft oder eine Aktentasche.

Der Erfolg: Seitdem gibt es vom schönen Geschlecht mindestens zwei.

TV commercial:

Vorstandsvorsitzender: Guten Morgen, meine Herren.

Off-Sprecher: Wenn Sie sich mit dem Pre-Shave von Care pflegen, mit der After-Shave-Creme von Care pflegen und mit demDeo-Spray von Care pflegen, können Sie sich sehen lassen. Die Männerserie von Care. Man geht nicht mehr ohne.

CREDITS

Auftraggeber: Margaret Astor AG, Mainz
Agentur: GGK Düsseldorf
Kreativdirektor: Michael Schirner
Texter: Diethardt Nagel
Artdirector: Jürgen Heymen
Filmproduktion: Wolf & Partner Film
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NICHT NUR HIER

8x4 Intensiv-Deo, 1972

Anzeige zur Einführung des 8x4 Intensiv-Deos, 1972

GKO&S,  8×4 Intensiv-Deo, 1972, Zeitschriftenanzeige

SONDERN HIER

Die Aufgabe: Die 8×4 Seife gegen Körpergeruch bekannt machen

Die Überlegung: Bislang gab’s nur Spays gegen Achselschweiß.

Die Idee: 8×4 wirkt nicht nur hier, sondern hier und hier und hier …

Der Erfolg:  8×4 wird Nr.1. im Markt. Michael Schirner wird Nr.1 von GGK Düsseldorf. Der Dichter Arno Schmidts klebt Abbildungen der 8×4 Anzeige auf Seite 176 seines Buchs Abend mit Goldrand.  

8x4-Collage in „Abend mit Goldrand“ von Arno Schmidt

Arno Schmidt, Abend mit Goldrand, Collage

CREDITS

Auftraggeber: Beiersdorf AG Hamburg
Agentur: GKO&S Geilenberg, Kellner, Oyne, Schirner Werbeagentur Hamburg
Kreativdirektor: Ben Oyne
Texter: Michael Schirner
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FÜR HELI

Die Post, 1977

Plakat für die Post, 1977

GGK Düsseldorf, Bundespost, 1977, Großflächenplakat

LIEBE FREUNDIN

Die Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit des Bundesministerium für Post- und Fernmeldewesen beauftragte GGK Düsseldorf mit Entwicklung und Durchführung der Medienkommunikation. Minister Kurt Gscheidle plante eine vollständige Privatisierung der Post.  Leiterin des Presseabteilung des Bundespostministeriums war Heli Ihlefeld, eine liebe Freundin von Willy Brandt. Die frühere Journalistin war eine äußerst angenehme und inspirierende Auftraggeberin für Michael Schirner und sein Team. Sie wollte, dass die Post in der Öffentlichkeit als freundliches Unternehmen gesehen wird und hielt die Agentur an, möglichst schöne und kluge Plakate und Anzeigen zu gestalten. Für das Großflächenplakat oben hatte Schirners Art Director Helmut Rottke seine Telefonkritzelein zusammengestellt, die dafür sorgte, dass Hunderte Schirner Nummer anwählten, um ihm zu sagen, wie toll sie das Plakat fanden.

CREDITS

Auftraggeber: Bundesministerium für Post- und Fernmeldewesen
Agentur: GGK Düsseldorf
Kreativdirektor: Michael Schirner
Texter: Bernd Arnold
Artdirector: Helmut Rottke
Grafiker: Susi Richli
Illustrator: Helmut Rottke
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HEUT‘ DIE KUH

Wochenzeitung DIE ZEIT, 1972

Anzeige für die Wochenzeitung DIE ZEIT, 1972

GKO&S, DIE ZEIT, 1972, Tageszeitungsanzeige

MORGEN DU

Bei der Entwicklung der Leserwerbung für DIE ZEIT arbeiteten Michael Schirner und Ben Oyne eng zusammen mit der Werbeleiterin Hilde von Lang und deren Lebensgefährten, ZEIT-Verleger Gerd Bucerius. Schirner und Oyne besuchten die wöchentlichen Redaktionskonferenzen mit Marion Gräfin Dönhoff, Theo Sommer, Hellmuth Karasek, Haug von Kuehnheim u.a. Sie verfolgten die Diskussion um Themen kommender Ausgaben und empfahlen Anzeigenmotive mit Schlüsselszenen zu Umweltthemen. Zum Thema Luftverschmutzung inszenierte Ben Oyne ein Foto mit Bauer und seiner Frau auf der Weide neben einer Kuh, die an den Folgen der Abgase einer nahen Bleihütte krepiert war. Michael Schirner reimte : „Heut‘ die Kuh, morgen Du“. Ein Motiv zeigt Kinder, die mit Gewehren die Hinrichtung eines Jungen spielen. Headline: „Übung macht den Meister“; der laufenden Text geht der Frage nach, ob die Darstellung von Gewalt in den Medien gewalttätig mache. In weiteren Motiven wurden die Themen Ausländerhass und Verkehrstote thematisiert. Für die Anzeige mit der Headline „Tante Emma ist tot“ ließ Ben Oyne im Studio den Verkaufsraum eines Tante-Emma-Ladens aufbauen und eine spindeldürre 89-Jährige mit Strick an der Decke des Ladens aufhängen. Die Anzeige über das Sterben der Tante-Emma-Läden war das letzte Anzeigenmotiv der ZEIT-Kampagne und der Agentur, die ihre Pforten schloss.

Die Geschichte dieser Anzeige beschrieb der Verleger der ZEIT Gerd Bucerius im Lauftext der Anzeige: „Diese Anzeige sollte ursprünglich nicht nur die letzte Anzeige der Kampagne für DIE ZEIT sein; sie war zufällig auch die letzte Anzeige unserer Werbeagentur GKO&S – als kleine Agentur dem Konkurrenzdruckdruck der großen Agenturen nicht gewachsen und so gezwungen, die Pforten zu schließen – machte eben dieses Problem zum Inhalt ihrer und unserer letzten Anzeige. Die Konzentration in der Wirtschaft wurde an einem Beispiel aus dem Lebensmittel-Einzelhandel, dem Selbstmord der Inhaberin eines Tante-Emma-Ladens, erschreckend deutlich gemacht. Frau von Lang, die Werbeleiterin, der Chefredakteur Theo Sommer und ich, wollten es wagen, diese recht ungewöhnliche Anzeige zu schalten. Fast alle Redakteure, sagte mir Haug von Kuenheim, der Chef vom Dienst, seien gegen die Veröffentlichung der Anzeige. Einige meinten, dass man mit einer toten Frau schlecht für DIE ZEIT werben könne, einige fürchteten, dass der schlichte Leser das alles missverstehen könne, andere fänden die Anzeige schlicht „degoutant“. So wurde die Anzeige nicht im SPIEGEL geschaltet. Ich erzähle Ihnen das, um Ihnen zu zeigen, dass die Redaktion bei der ZEIT so großgeschrieben wird, dass sie sogar die Werbung für DIE ZEIT verhindern kann. Und das ist eigentlich keine schlechte Werbung für DIE ZEIT.“ Das Motiv mit dem Foto vom Selbstmord der Ladeninhaberin und dem Text von Gerd Bucerius wurde als Eigenanzeige von ZEIT und GKO&S in der Branchenpresse veröffentlicht.

Hintergrund: Die Werbung der Agentur für 8 x 4 war so erfolgreich, dass Beiersdorf die 8 x 4-Produkte auch in anderen Ländern einführen wollte und für die Werbung in 100 Ländern eine internationale Agenturgruppe suchte. Die Agentur verlor ihren größten Etat und entschied sich für deren Auflösung. Ben Oyne zog nach Paris und wurde Fotograf. Peter Geilenberg wurde Kreativdirektor der Agentur TBWA. Joachim Kellner wurde Produktgruppenleiter in der Kosmetik von Henkel in Düsseldorf. Michael Schirner wurde Kreativchef und alleiniger Geschäftsführer der GGK Düsseldorf Werbeagentur.

Anzeige für die Wochenzeitung DIE ZEIT, 1972

GKO&S, DIE ZEIT, 1972, Tageszeitungsanzeige

Anzeige für die Wochenzeitung DIE ZEIT, 1972

GKO&S, DIE ZEIT, 1972, Tageszeitungsanzeige

Anzeige für die Wochenzeitung DIE ZEIT, 1972

GKO&S, DIE ZEIT, 1972, Anzeige in der Fachpresse

ÜBER WERBUNG UND JOURNALISMUS

Cordt Schnibben

Einem Werber verdanken wir eine der wenigen Enthüllungsgeschichten über die deutsche Werbung; sie ist so schön, wie sie nur ein Werber schreiben kann; kein Journalist hätte sie erfahren. Die Geschichte geht so:

„Die Kampagne war eine für eine deutsche Wochenzeitung. Die Anzeige, die wir uns ausdachten, sollte eine Kuh zeigen, die an den Folgen der Luftverschmutzung auf der Weide krepiert war. „Heut‘ die Kuh, morgen Du“, hatte ich gereimt. Für unser Anzeigenmotiv suchten wir erstens nach einem Industriepanorama, das zweitens giftige Wolken spie, drittens an eine Weide grenzte, die viertens einem Bauer gehörte, der uns Werbeaufnahmen darauf machen ließ und fünftens eine Kuh besorgte, die er sechstens auch bereit war, uns notfalls zu opfern. Bald mussten wir die schmerzliche Erfahrung machen, dass die sechs Sachen, die wir für unsere Anzeige haben wollten, an keinem Ort der Welt gemeinsam zu haben waren. Da die Wirklichkeit nicht in der Lage war, so zu sein, wie sie sein sollte, halfen wir ihr ein bisschen nach: Eine Kuh wurde herangekarrt. Ein Tierarzt wurde geholt. Eine riesige Spritze Betäubungsmittel wurde der Kuh verpasst. Der Knecht des Bauern wurde danebengestellt. Er sollte bei der dahingestreckten Kuh stehen und ihren Tod betrauern. Doch er fand keine Gelegenheit dazu. Die Kuh tat uns nicht den Gefallen. Sie wollte ums Verrecken nicht sterben. Sie graste stattdessen gemütlich. Auch eine zweite Spritze half nicht. Die Kuh kaute völlig unbetäubt weiter. Der Abend kam. Verzweiflung breitete sich aus über die Kreatur, die einfach nicht totzukriegen war und uns zwang, sie mit ständig neuen Betäubungsspritzen zu peinigen. Als es dunkel wurde, sank sie schließlich hin. Der Fotograf schrie: Action. Der Knecht stand ungerührt und unfähig, auch nur ein bisschen Verzweiflung auszudrücken. Er hatte ohnehin von diesem ganzen absurden Theater nichts begriffen. Der Fotograf drückte auf den Auslöser.“

Michael Schirner ist der Autor dieser Enthüllungsgeschichte, und sie wird noch besser durch die Fortsetzung: Beim nächsten Motiv der Kampagne, in dem es um das Verschwinden der Tante-Emma-Läden ging („Tante Emma ist tot“), entging das Model nur knapp dem Tod. der Fotograf hatte eine betagte Ladenbesitzerin in ein Hängekorsett gezwängt und sie von der Decke baumeln lassen; das Korsett war zu eng und nahm ihr die Luft zum Atmen. Kein Journalist kann verlangen, dass ihm ein Werber solche Geschichten zum Fraß vorwirft. Das wäre selbstmörderisch. Aber was ist mit den vielen kleinen harmlosen Geschichten, die das Leben des Werbers so aufregend und unterhaltsam machen und die wir nirgends lesen?

CREDITS

Auftraggeber: Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG
Agentur: GKO&S, Geilenberg, Kellner, Oyne und Schirner
Kreativdirektor: Ben Oyne (Art), Michael Schirner (Text)
Fotograf: Ben Oyne
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ICH ALS SALAT

Haushaltsgeräte von Zanussi, 1978

Anzeige für Haushaltsgeräte von Zanussi,1978

GGK Düsseldorf, Zanussi Haushaltsgeräte,1978, Zeitschriftenanzeige

OBJEKT ORIENTED ONTOLOGIE

Die Aufgabe: Zanussi, den italienischen Hersteller von Haushaltsgeräten in Deutschland bekanntmachen

Die Überlegung: Was spricht für die Haushaltsgeräte?

Die Idee: Diejenigen darüber reden lassen, die am besten darüber Bescheid wissen, weil sie drinstecken

Der Erfolg: Zanussi expandierte in Deutschland und in übrigen Länder der Europäischen Gemeinschaft.

Anzeige für Haushaltsgeräte von Zanussi,1978

GGK Düsseldorf, Zanussi Haushaltsgeräte,1978, Zeitschriftenanzeige

Anzeige für Haushaltsgeräte von Zanussi,1978

GGK Düsseldorf, Zanussi Haushaltsgeräte,1978, Zeitschriftenanzeige

Anzeige für Haushaltsgeräte von Zanussi,1978

GGK Düsseldorf, Zanussi Haushaltsgeräte,1978, Zeitschriftenanzeige

Anzeige für Haushaltsgeräte von Zanussi,1978

GGK Düsseldorf, Zanussi Haushaltsgeräte,1978, Zeitschriftenanzeige

CREDITS

Auftraggeber: Zanussi, Pordenone
Agentur: GGK Düsseldorf
Kreativdirektor: Michael Schirner
Texter: Franz Brauer
Artdirector: Michael Preiswerk
Fotograf: Brigitte Richter
Grafiker: Dieter Pisculla
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